Gelungenes Gesamtkonzept

Lokales
Schwandorf
11.05.2015
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Die historische Häuserzeile in der Kirchengasse sollte "weiter lesbar" sein, erklärte Architekt Karlheinz Beer den Fahrgästen im Architekt(o)urbus. Gleichzeitig erinnerte an die Hürden während des zweijährigen Baus der Kinderkrippe.

Die im März eröffnete Kinderkrippe "Stadtzwerge" sei umgeben von Schule, Kindergarten, Kirche und Pfleghof und biete 24 Ganztagesplätze an, so der Architekt. Im Juli 2013 beschloss der Stadtrat den Bau der Kinderkrippe und wollte damit zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Mit Hilfe staatlicher Mittel die Leerstände in der Kirchengasse beseitigen und gleichzeitig den Bedarf an Betreuungsplätzen für unter Dreijährige decken. Das Ott-Haus wurde abgerissen und neu erbaut, das Mesner-Haus saniert. Die Stadt übergab die Trägerschaft an die Eltern-Kind-Initiative. EKI-Vorsitzende Ingrid Hirsch freut sich über die hohe Akzeptanz: "Vormittags ist die Krippe bereits voll belegt, nachmittags sind noch einige Plätze frei". In den beiden Häusern, die durch einen Gang verbunden sind, entstanden Gruppen-, Wickel-, Ess- und Schlafräume sowie Küchenzeilen und sanitäre Anlagen. Weil archäologische Funde erst freigelegt werden mussten, verzögerte sich der Bau. "Wir sind trotzdem im Zeitplan geblieben", erklärt der Architekt. Dies war auch notwendig, sonst wären die Zuschüsse entfallen. Eine Million Euro kostete der Bau, dazu steuerte der Staat 600 000 Euro bei.

Für Kontrast entschieden

Die Mitglieder des Bauausschusses befassten sich intensiv mit der Fassadengestaltung. Sie einigten sich darauf, den sanierten Altbau mit einem groben, ockerfarbenen Putz zu versehen und davon den Neubau in einem Grünton mit feinem Putz abzusetzen. Auch beim Dach entschieden sich die Stadträte für einen Kontrast. Das "Mesner-Haus" bekam ein traditionelles Ziegel-, der Neubau, das ehemalige Ott-Haus ein Kupferdach. Innen dominieren helle, freundliche Töne. Die Wände und Decken blieben weiß, die Linoleum-Fliesen sind in dezenten Farben gehalten.

Die Stadt beauftragte Karlheinz Beer vom gleichnamigen Architekturbüro in Weiden mit dem Bau. Er hatte zuvor in Mitterteich ebenfalls einen Altbau saniert und zu einem Mehrgenerationenhaus umgebaut. Mit dieser Lösung überzeugte er auch die Schwandorfer Stadtplaner.

Für Karlheinz Beer war es das erste Projekt in Schwandorf. Vor der Eröffnung am 1. März ging es um die Frage: "Wo sollen die Eltern parken?" An der Krippe gibt es keine Stellplätze. "Bisher haben wir noch keine Klagen gehört", erklärt Krippenleiterin Andrea Müller. Die Eltern stellen ihre Autos entweder im Parkhaus oder am Gebäude der Volkshochschule ab. Die fünf beschäftigten Erzieherinnen können zum städtischen Personaltarif in der Venus-Garage parken. Gestreikt wird in der EKI-Krippe übrigens nicht. Für die Angestellten gelten die Tarife der Arbeiterwohlfahrt.

Über 100 Teilnehmer

Nach zweijähriger Unterbrechung hatte der Architekturzirkel wieder eine Fahrt durch den Landkreis organisiert. Oberbürgermeister Andreas Feller sowie die Organisatoren Sabina Sommerer und Siegfried Knippl hießen die über 100 Teilnehmer willkommen.
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