Gemeinsam für die Freiheit

Vor allem auch junge Leute erinnerten am Sonntag in Libourne an die getöteten Karikaturisten von "Charlie Hebdo" und die weiteren Opfer der Terroristen. Bilder: hfz/Stéphane Klein (Sud Ouest, 2)
Lokales
Schwandorf
13.01.2015
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Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit: Der Wahlspruch der französischen Republik war auf vielen Schildern zu lesen, die Bürger in Libourne mit auf die Straße nahmen. 10 000 Menschen beteiligten sich an dem Trauermarsch durch die französische Stadt und gedachten der Terror-Opfer.

(hou/ch) Auch in der Schwandorfer Partnerstadt Libourne haben die Bürger ein Zeichen gesetzt gegen Terror und für die Meinungsfreiheit. Bereits einen Tag nach dem Attentat auf die Pariser Redaktion des Blattes "Charlie Hebdo", bei dem zwölf Menschen ihr Leben lassen mussten, gingen in Perigueux 2200 Schüler auf die Straße. Sie trugen Plakate bei sich, hielten Blätter mit dem solidarisierenden Aufdruck "Je suis Charlie" ("Ich bin Charlie") in der Hand. Die gesamte Einwohnerschaft von Libourne schloss sich danach einer für ganz Frankreich ausgerufenen Schweigeminute an.

Am Sonntag nahmen nach Schätzungen der Tageszeitung "Sud Ouest" weit über 10 000 Menschen an einem Schweigemarsch in Libourne teil. Unter ihnen befanden sich zahlreiche gewählte Mandatsträger der Stadt. Zu diesem Zeitpunkt war die Anzahl der Todesopfer, ausgelöst durch die am Freitag verübten Geiselnahme-Verbrechen der islamistischen Extremisten auf 17 angestiegen. "Wir denken an Euch", hieß es auf Transparenten. Der Demonstrationszug hielt spontan vor der Gendarmerie-Station, um der getöteten Polizisten zu gedenken. Die Teilnehmer spendeten langen Applaus. Der Place Abel-Surchamp füllte sich mit Menschen, die mit teils selbst gestalteten Schildern für Meinungsfreiheit demonstrierten, auch T-Shirts mit Karikaturen aus der Zeitung "Charlie Hebdo" trugen.

Die "Marseillaise"

Zu dem Trauermarsch hatte die Stadt aufgerufen."Die besten Waffen gegen den Terrorismus und die Barbarei bleiben die Einheit und die Achtung der Werte der Republik", hieß es in dem Aufruf aus dem Rathaus. Vor dem "Hotel de Ville" begann die Demonstration mit einer Schweigeminute und der laut "Sud Ouest" leidenschaftlich gesungenen "Marseillaise".

In Bordeaux, der Hauptstadt des Departements, waren laut "Sud Ouest" 140 000 Leute unterwegs. Es war der größte Demonstrationszug der Nachkriegszeit in der südfranzösischen Metropole. Zu Beginn des Schweigemarsches hatten sich die Teilnehmer an den Händen gehalten. Der erste Aufruf zu einem Schweigemarsch in Bordeaux war laut "Sud Ouest" bald nach den Anschlägen von zwei jungen Leuten über soziale Netzwerke angestoßen worden, ehe sich die Politik anschloss.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.sudouest.fr/2015/01/11/je-suis-charlie-...
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