Gemeinsame Erklärung der Mandatsträger mit dringenden Appellen - Wichtig für Schwandorf und die ...
Bahnknoten ausbauen und Strecken ertüchtigen

Auch der Schwandorfer Bahnhof muss nach Meinung der Mandatsträger in den Fokus bei künftigen Planungen rücken. Bild: Götz
Lokales
Schwandorf
03.12.2014
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Das Thema ist für die Kreisstadt und die Region von großer Bedeutung. Der Ausbau des Bahnknotens Schwandorf und des grenzüberschreitenden Schienenverkehrs muss auf der Agenda ganz oben stehen. Mit einer gemeinsamen Erklärung, die an die Minister Joachim Herrmann und Alexander Dobrindt gesandt wurde, beziehen die Mandatsträger klar Stellung.

Die Unterzeichner setzen sich nachhaltig für den Ausbau des Bahnknotens Schwandorf im Zusammenhang mit der Ertüchtigung des grenzüberschreitenden Schienenverkehrs zwischen den Metropolen München, Nürnberg und Prag ein und fordern von der Bundes- und Landesregierung die dringende Aufnahme der sogenannten Metropolenbahn München-Regensburg-Schwandorf-Prag und Nürnberg-Schwandorf-Prag als gemeinsames Projekt in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans 2015 und die Berücksichtigung dieser Maßnahmen für eine vordringliche Realisierung sowie als TEN-Projekt.

Aus Wirtschaftlichkeitsgründen sei hierbei insbesondere von einer gemeinsamen Betrachtung und Bewertung der bisher einzeln für eine Beschleunigung und Elektrifizierung angemeldeten drei Streckenabschnitte München-Regensburg-Schwandorf-Furth im Wald-Grenze, Regensburg-Marktredwitz und Nürnberg-Hartmannshof-Amberg-Irrenlohe (Schwandorf) auszugehen. Nur dadurch errechne sich ein Nutzen-Kosten-Faktor von 2,2 für das Gesamtprojekt bei einer Investitionssumme von etwa 600 Millionen Euro (inklusive tschechischer Seite).

1,5 Stunden weniger

Bei einem durchgehenden zweigleisigen Ausbau mit Elektrifizierung würde sich die Reisezeit München- Prag von derzeit sechs Stunden auf 4,5 Stunden erheblich reduzieren und wäre so mit Flug- und Individualverkehr konkurrenzfähig und würde außerdem neues Potenzial für die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene generieren.

Weiter heißt es in der Erklärung: "Die Elektrifizierung der beiden oben genannten Strecken ist Grundvoraussetzung für die Ertüchtigung des grenzüberschreitenden Schienenverkehrs sowie den dann noch fehlenden Streckenabschnitt Schwandorf-Marktredwitz als Teilabschnitt der seit Jahren geforderten Elektrifizierung des Lückenschlusses Regensburg-Hof. Dabei müssen auch die dringend notwendigen Lärmvorsorgemaßnahmen Berücksichtigung finden." Die Schließung der Elektrifizierungslücke zwischen Regensburg und Hof sei für die Entwicklung des Personen- und Güterverkehrs auf der wichtigen Nord-Süd-Achse zwischen dem Sachsendreieck und Regensburg von hoher verkehrs- und regionalpolitischer Bedeutung und schaffe somit erst die Voraussetzungen für eine direkte und durchgängige Fernverkehrsanbindung des nordostbayerischen Raums nach München.

Barrierefreier Ausbau

Durch die Doppelnutzung des Abschnittes Regensburg-Schwandorf sowohl als Teil der Strecke Regensburg-Hof, wie auch der grenzüberschreitenden Strecke München-Prag ergebe sich für die Elektrifizierung insgesamt ein günstiger Nutzen-Kosten-Effekt, der sich insbesondere auf das Gesamtprojekt der Metropolenbahn positiv auswirke und somit zu einer Rentabilitätssteigerung und besseren Auslastung beitrage.

Gefordert wird ferner die Aufnahme des barrierefreien Ausbaus des Bahnhofs Schwandorf im Zuge der Elektrifizierung in das als nächstes erreichbare Programm. Durch den Ausbau des Bahnknotens Schwandorf seien ein barrierefreier Umbau des Bahnhofs und ein behindertengerechter Zugang zu den Gleisen unumgänglich. Dies sei seit Jahren eine zentrale Forderung der Stadt Schwandorf zur Verbesserung der Akzeptanz und zur verstärkten Nutzung des Schienenverkehrs in Verbindung mit dem bereits als kommunale Vorleistung errichteten park & ride-Parkplatzes und zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) durch die Stadt und den Landkreis.

"Leistungsfähige Schienenverkehrsverbindungen sind die Voraussetzung für eine optimale Entwicklung der Grenzregionen und ein Zusammenwachsen der Regionen auf beiden Seiten der Grenze. Deshalb wird die vorstehende Erklärung zum Ausbau des Bahnknotens Schwandorf und des grenzüberschreitenden Schienenverkehrs unter dem Stichwort "Metropolenbahn" von uns ausdrücklich und nachhaltig unterstützt", schließt die Verlautbarung.
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