Geschichte hautnah erleben

Lokales
Schwandorf
21.03.2015
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Ein museumspädagogisches Projekt des Kreisjugendamtes führte 32 Jugendliche der staatlichen Berufsschule Nabburg in das geteilte Dorf Mödlareuth. Jüngste deutsche Geschichte hautnah zu erleben und ins Gespräch mit Zeitzeugen zu kommen, war das Ziel.

Die Amerikaner nannten es "Little Berlin", dieses 50-Einwohner-Dorf am Ende der Welt, das wie sein großer Bruder in Berlin zum Symbol der deutschen Teilung wurde. Am historischen Ort konnte sich die Schülergruppe im Zuge der außerschulischen Bildungsarbeit des Kreisjugendamtes Schwandorf den Themenbereichen "Innerdeutsche Grenze" und "Deutsche Teilungsgeschichte" auf vielfältige Art und Weise nähern.

Die Museumsführung begann mit einer Präsentation und dem Einführungsfilm "Alltag an der Grenze" am Beispiel des geteilten Dorfes. Anschließend erläuterte die Gästeführerin bei einem Rundgang durch das Freigelände das DDR-Grenzregime mit seinen Auswirkungen auf die deutsche und europäische Teilungsgeschichte und die besondere Teilungssituation des Dorfes. Anhand des historischen Ortes und der Region wurden exemplarisch Fluchtfälle geschildert, das Thema Zwangsaussiedlungen aufgegriffen sowie die Grenzöffnung 1989 und die Wiedervereinigung 1990 erörtert. An diesem für die Geschichte der deutschen Teilung bedeutsamen historischen Ort sind Teile der 700 Meter langen Betonsperrmauer, des Metallgitterzaunes sowie der Beobachtungsturm. Im Anschluss an die informative Führung mit der Zeitzeugin besuchte die Gruppe im Museumsgebäude die Sonderausstellung "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten ..." in Form von Fotos, Dokumenten, Zeitzeugenberichten .

Eine weitere Sonderausstellung mit dem Titel "Begrenzte Mobilität" präsentierte über 40 Fahrzeuge der westlichen wie auch östlichen Grenzüberwachungsorgane, die unter anderem auch im Bereich Mödlareuth während der Zeit der deutschen Teilung eingesetzt waren. Mödlareuth ist übrigens auch heute noch ein geteiltes Dorf - zumindest auf dem Papier. Es liegt auf der Grenze zwischen den Freistaaten Bayern und Thüringen und hat daher zwei verschiedene Postleitzahlen, Ortsvorwahlen, Nummernschilder - und das bei immer noch rund 50 Einwohnern.
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