Gewerkschaft Verdi zeichnet treue Mitglieder aus - Dr. Verena di Pasquale gegen Rente mit 67
Mit langem Atem zum Mindestlohn

Die Gewerkschaft Verdi ehrte zahlreiche Jubilare für langjährige Treue. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
26.11.2014
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"Gewerkschaftsmitglieder sind solidarisch, kämpfen gemeinsam für mehr Gerechtigkeit und treten für Schwächere ein", sagte Ortsvorsitzender Willi Busl bei der Jubilarehrung der Gewerkschaft Ver.di am Samstag in der Schwefelquelle. Diese Tugenden bescheinigte er den Mitgliedern, die er für langjährige Treue ehrte (siehe Kasten).

Für Bezirksgeschäftsführer Alexander Gröbner haben die Jubilare großen Anteil an der Entwicklung des Sozialstaates. Festrednerin Dr. Verena di Pasquale, stellvertretende Vorsitzende des DGB Bayern , führte als Beweis "für den langen Atem der Gewerkschaft" die gesetzliche Verankerung des Mindestlohns an. Auch wenn die zahlreichen Ausnahmen und Sonderregelungen dem DGB nach wie vor ein Dorn im Auge seien, wertete di Pasquale die Realisierung als Erfolg. Gewerbeaufsichtsämter, Rentenversicherungsträger, Finanzkontrollen, Betriebsprüfer und Steuerbehörden müssten Hand in Hand arbeiten, "damit die schwarzen Schafe keine Chance haben".

Am 12. Januar 2015 sei hierzu eine bundesweite Verteilaktion an allen wichtigen Pendlerbahnhöfen geplant. Hierzu lege der DGB eigens Informationsmaterial in deutscher, tschechischer, rumänischer und polnischer Sprache aus. "Denn", so die stellvertretende DGB-Vorsitzende, "nur wer seine Rechte kennt, kann sie einfordern".

Ausdrücklich nahm sie zur Rente mit 67 kritisch Stellung. Aktuell liege das Rentenniveau bei knapp 50 Prozent. Langfristig sei eine Absenkung bis auf 43 Prozent vorgesehen. Würde das heute schon gelten, bekäme ein Rentner in Bayern im Durchschnitt 809 Euro. Die bayerische Rentnerin käme gerade mal eben auf 443 Euro. Und bei den Erwerbsminderungsrenten sehe es noch viel schlimmer es. "Die Rente mit 67 gehört abgeschafft", so di Pasquale . Lebensstandardsicherung durch die gesetzliche Rente im Alter dürfe nicht zum Fremdwort, sondern müsse wieder eine Selbstverständlichkeit werden.
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