Gräber auch unter Bäumen

Im städtischen Friedhof an der Wackersdorfer Straße sollen Urnenstelen wie hier im Bild angeboten werden. Die Pflege der Anlage liegt bei der Stadt. Bild: Götz
Lokales
Schwandorf
10.06.2015
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Was in katholischen Gegenden lange als undenkbar galt, ist seit Jahren Realität: Immer mehr Menschen wollen nach ihrem Tod kremiert werden. Der Anteil der Urnenbestattungen liegt in der Stadt bei über 60 Prozent. Friedhofsverwaltung und Hauptausschuss reagieren.

279 Bestattungen listete Reinhard Schuß von der Friedhofsverwaltung für das vergangene Jahr auf, 171 mal davon wurden die sterblichen Überreste in Urnen beigesetzt. Die Folge: Immer mehr Tiefengräber werden frei, auch weil Angehörige die Grabstellen nach den Fristen aufgeben.

Dem Hauptausschuss schlug Schuß gestern neue Bestattungsarten vor, die auf den städtischen Friedhöfen - neben dem Waldfriedhof an der Wackersdorfer Straße auch in Klardorf und Fronberg - möglich sein sollen. Auf aufgelassenen Gräbern wären dann Urnensäulen mit bis zu vier Nischen möglich: Ein Familiengrab als Stele, ohne Bepflanzung. Für die Stele müssten die Hinterbliebenen selbst sorgen. Die Stadt selbst will Urnensäulen vorhalten, an denen das Nutzungsrecht erworben werden kann.

Ganz neu, und auch einem Trend folgend: Die Urnenbeisetzung unter Bäumen soll ermöglicht werden. Nur eine eingelassene Platte wird das Urnengrab kennzeichnen. Auch diese Platte würde die Stadt bereitstellen. Vorgesehen ist im Waldfriedhof ein Platz unter einer Platane im östlichen Bereich, wo mehrere Urnengräber angeordnet würden.

Grundsätzlich zeigte sich der Hauptausschuss unter Leitung von zweiter Bürgermeisterin Ulrike Roidl - OB Andreas Feller hat Urlaub - mit den Vorschlägen einverstanden. Über die Gebühren wird im Stadtrat noch zu reden sein. Nach dem vorgelegten Entwurf würden den ersten Nutzungsberechtigten die kompletten Investitionskosten auferlegt. Alternativ könnten die Kosten - bei einer Säule mit zwei Nischen etwa 2500 Euro - auf längere Zeiträume umgelegt werden. Die Gebührensatzung wurde vom Ausschuss ohne Empfehlung an den Stadtrat verwiesen, der am Montag tagt.
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