Grelle Farben sind tabu

Die Beklebung von Schaufenstern war eigentlich bislang in der Innenstadt verboten. Künftig ist sie erlaubt - mit Einschränkungen. Bild. Götz
Lokales
Schwandorf
06.11.2014
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Grelle Aufkleber in Schaufenstern sind in der Innenstadt künftig nicht mehr erlaubt. Das beschloss der Stadtrat am Montag. Bleibt die Frage: Wie definiert sich "grell"?

Wer mit offenen Augen durch die Altstadt geht, wird zahlreiche beklebte Schaufenster entdecken. Mal dezent, schmal und nur mit dem Geschäftsnamen, mal groß und auffällig. Bislang waren diese Fensterbeklebungen laut Gestaltungssatzung verboten. Eigentlich, denn die Verwaltung nahm's nicht so genau und außerdem waren Ausnahmeregelungen bereits möglich.

Die Gestaltungssatzung stammt aus dem Jahr 2006, seitdem hat sich einiges getan auf dem Werbemittelmarkt. Fensterbeklebungen gehören zum festen Instrument, sie sind nun auch in der Innenstadt erlaubt. Allerdings nur bis zu einem Drittel der jeweiligen Fensterfläche. Und: "Es sind keine grellen Farben zulässig", heißt es neu. Alfred Damm (ÖDP) merkte an, das manch Gewerbetreibender da Probleme bekommen könnte: Weil nämlich das Logo des Unternehmens, für das er Waren oder Dienstleistungen vertreibt, in leuchtenden Farben daherkommt.

Maximilian Fritsch vom Stadtplanungsamt erläuterte, dass einige Firmen für solche Fälle weniger leuchtkräftige Logos anbieten. Schließlich sei Schwandorf nicht die einzige Stadt, die Beklebungen reglementiert, als Beispiel nannte Fritsch Regensburg. Die Bewertung, was unter "grell" einzustufen ist, wird die Verwaltung übernehmen. Vor allem Neonfarben sollen so aus dem Stadtbild gehalten werden. Für eine großzügige Auslegung warb Ferdi Eraslan (Freie Wähler).

Um ein einheitliches Stadtbild zu schaffen, wird auch die Art von Werbeanlagen beschränkt. Je Geschäft sind künftig nur zwei Gestaltungsformen an der Fassade zulässig. Also beispielsweise Ausleger und Werbeschild oder Ausleger und Beklebung der Fassade. Damit soll ein "Sammelsurium verschiedener Werbeformen" verhindert werden. Ebenfalls bislang strikt geregelt: Haustüren in der Alstadt mussten aus Holz sein. Auch da hat die Realität die Vorschrift überholt. Nun sollen "hochwertige andere Materialien" bei entsprechender Gestaltung möglich sein.

"Die Änderung ist doch eine Erleichterung gegenüber der bisherigen Regelung", rief Fraktionsvorsitzender Andreas Wopperer (CSU) in Erinnerung. Gegen eine Stimme wurden die Änderungen der Gestaltungssatzung genehmigt.

Die Stellplatzsatzung regelt, wie viel Parkplätze für Geschäfte, Gaststätten, öffentliche Einrichtungen, aber auch für Wohnhäuser zur Verfügung gestellt werden müssen. Wenn das nicht möglich ist, ist eine Ablöse zu bezahlen, die in der Kreisstadt bei 3800 Euro je Stellplatz liegt. Der Schlüssel lehnt sich an die entsprechende Verordnung des Freistaates an. Die wurde geändert. Deshalb passte der Stadtrat auch die lokale Satzung an, lockerte sie in einigen Teilen. So ist beispielsweise für Gaststätten künftig nur noch ein Stellplatz je 25 Quadratmeter Netto-Fläche notwendig. Bislang war ein Parkplatz je 10 Quadratmeter fällig.

Für Läden wird ein Platz je 40 Quadratmeter Nutzfläche nötig, bislang je 30 Quadratmeter. Mit dem moderaten Stellplatzschlüssel soll auch die Ansiedlung in der Innenstadt erleichtert werden.
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