Grenzübergreifende Polizeiübung: Brutale Räuber auf Flucht in Tschechien gestellt - Rund um die ...
Gemeinsames Zentrum mit Schlüsselrolle

Beamte der Bayerischen Landespolizei (Mitte), der Bundespolizei (rechts) und der Tschechischen Polizei (links, an der Karte) arbeiten im Gemeinsamen Zentrum rund um die Uhr Seite an Seite. Bei der Übung hatten sie eine Schlüsselrolle. Bild: hfz/Polizei
Lokales
Schwandorf
13.10.2014
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Die Flucht über die Grenze nach Tschechien mag bei dem ein oder anderen Täter noch als Ausweg gelten. Sicher sind Kriminelle dabei aber nicht: Das belegt eine gemeinsame Übung des Polizeipräsidiums Oberpfalz, der Bundespolizei und der Polizeibezirksdirektion Pilsen.

Das "Gemeinsame Zentrum für Polizei- und Zollzusammenarbeit" auf dem Weinberg spielte dabei eine wichtige Rolle. Ausgangslage der Übung: Nach einem brutalen Überfall im Kreis Cham flüchten zwei Täter mit dem Auto nach Tschechien. Eine Verkäuferin eines Supermarktes, so die Annahme, hatte nach Verlassen des Kassenbereiches eine Ladendiebin gestellt. Die Täterin hatte hochpreisige Kosmetika eingesteckt.

Die Diebin wollte noch flüchten, wurde jedoch festgehalten. In diesem Moment näherte sich ein Komplize, griff die Verkäuferin an und verletzte sie mit einem Messer schwer. Ein Zeuge hörte noch, wie sich die flüchtenden Personen zuriefen, dass sie nach Tschechien "abhauen wollten" und sah, wie die Täter in einem "Passat" mit Chamer Kennzeichen davonfuhren.

Fahndung läuft

Wie bei schwerwiegenden Straftaten üblich, löste die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums in Regensburg sofort eine Großfahndung aus, in die neben der Landespolizei auch die Bundespolizei eingebunden wird. Ereignet sich die Tat in Grenznähe oder ist zu erwarten, dass Täter über die Grenze flüchten, wird umgehend auch die tschechische Polizei in die Fahndung einbezogen. Seit vielen Jahren ist dies gängige Praxis und die hat sich bewährt.

Nehmen Polizeikräfte die Verfolgung eines Täterwagens auf und flüchtet dieser über die Grenze, nennt sich die das im Polizeijargon "Nacheile". Praktisch und rechtlich möglich ist dies in beide Richtungen: Durch deutsche Polizisten auf tschechisches Gebiet und umgekehrt. Möglichst schnell und reibungslos muss die Verständigung der Polizei des Nachbarlandes klappen. Wie es optimal ablaufen soll, ist längst in einem Einsatzkonzept geregelt. Hier kommt der Weinberg ins Spiel: Die Stellen kommunizieren über Dolmetscher, die rund um die Uhr im Gemeinsamen Zentrum (GZ) in Schwandorf zur Verfügung stehen. In der Dienststelle arbeiten tschechische und bayerische Polizeikräfte, die Bundespolizei und der Zoll beider Länder rund um die Uhr zusammen. Auf diese Weise können eilige Hilfsersuchen deutscher und tschechischer Behörden rasch abgewickelt werden. Die Nacheile ist ein klassischer Fall.

In Tschechien gestellt

Bei der Übung hatte eine Streifenbesatzung der Polizeiinspektion Roding das flüchtende Fahrzeug bis Kdyne auf tschechischem Gebiet verfolgt und konnte es dort zusammen mit tschechischen Polizeikräften stellen. In der Realität erfolgt die weitere Sachbehandlung durch die örtlich zuständige Polizei. Eine Auslieferung der Täter müsste im vorliegenden Fall von den deutschen Behörden über ein förmlichen Rechtshilfeersuchen beantragt w erden.

Der Leiter der Übung am Polizeipräsidium Oberpfalz, Polizeirat Jürgen Dodell, war mit dem Verlauf zufrieden. Der für Einsatzangelegenheiten zuständige Beamte stellte die Notwendigkeit der Übungen heraus.
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