Große Trauergemeinde begleitet Martin Brock auf seinem letzten Weg - Nachruf eines jungen ...
"Sein Leben war Dienst am Menschen"

Auf dem Ettmannsdorfer Friedhof wurde der am Mittwoch verstorbene Stadtrat zur letzten Ruhe gebettet. Unter den Trauergästen waren OB Andres Feller, Partei-, Stadtrats- und Arbeitskollegen sowie unzählige Freunde und Bekannte. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
08.11.2015
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Die Ettmannsdorfer Pfarrkriche bot nicht allen einen Sitzplatz, die am Samstag von den am Mittwochabend überraschend verstorbenen ÖDP-Stadtrat Martin Brock Abschied nahmen. So wie der Verstorbene jedem Menschen mit Würde und Achtung begegnete und für ihn alle gleich waren, erwiesen ihm Trauernde aller Hautfarben und Konfessionen die letzte Ehre. Pfarrer Albert Hagen, der das Requiem zelebrierte - Konzelebrant war Dekan Hans Amann - sagte: "Sein Leben war Dienst am Menschen."

Er bereitete jungen Flüchtlingen eine Heimat, es sei ihm ein Anliegen gewesen zu helfen. "Der Diplompädagoge Martin Brock und junge Menschen, das war ein einzigartiges Zusammentreffen." Nicht am Schreibtisch seien seine Entscheidungen gefallen, er sei dran gewesen am Menschen. Dienst am Menschen habe er auch in seiner Partei verrichtet, "treu, zuverlässig, ruhig, beharrlich und hartnäckig". "Dein Dienst für alle bleibt", schloss der Ortsgeistliche. "Es bleibt für uns - ein Vorbild und ein Ansporn." Oberbürgermeister Andreas Feller würdigte Brocks sachliche, kompetente nie zu seinem eigenen Vorteil ausgerichtete grundehrliche Art. Gerade in der Flüchtlingsfrage hätte er gerne noch auf den Rat des 64-Jährigen zurückgegriffen.

ÖDP-Kreisvorsitzender und Stadtradskollege Alfred Damm ließ der politischen Vita Persönliches folgen. "Er war einer der fähigsten Repäsentanten der Partei, aber auch ein feiner Mensch und Freund." Nach den Worten Otto Storbecks, des Leiters des Hauses des Guten Hirten, in dem Brock 23 Jahre beschäftigt war, wäre der Pädagoge am 30. November in den Ruhestand gegangen, um "noch ein bisschen weiterzuarbeiten für unsere unbegleiteten Flüchtlinge." Zwei seien zunächst aufgenommen worden, jetzt seien es 30, sagte Storbeck, dem in seiner Rede mehrmals die Stimme versagte.

Einer dieser zwei ersten afghanischen Jugendlichen sprach im Namen aller aus: "Er war wie ein Vater für mich und die anderen im Haus des Guten Hirten. Wir werden ihn sehr vermissen." Die Jugendlichen verabschiedeten sich von ihm mit Blumen, Bildern und auch Briefen.
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