Gutes Auge für den Fußball

Oberbürgermeister Andreas Feller, seine Frau Susanne und Freundin Maria (von rechts) bewundern die Lebensfreude von Lukas Zilch, der sein schweres Schicksal "so hervorragend meistert". Bild: rid
Lokales
Schwandorf
09.10.2015
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Lukas Zilch lässt sich nicht unterkriegen. Seit Geburt leidet er unter "Cerebraler Parese". Wenn der SC Ettmannsdorf kickt, ist der 26-Jährige nicht weit. Aber nicht nur mit den Fußballern ist Zilch unterwegs.

"Ich kenne nur wenige Menschen mit so einer positiven Lebenseinstellung", sagt Oberbürgermeister Andreas Feller. Seine Frau Susanne nickt. Sie begleiten Lukas Zilch von klein auf und sind im Urlaub sogar schon einen Berg mit ihm hinauf gestiegen.

Zweites Zuhause

Eigentlich nichts Besonderes. Im Fall Lukas Zilch aber schon. Der heute 26-jährige ist von Geburt an körperlich schwer behindert. Diagnose: "Cerebrale Parese". Vermutlich verursacht durch Sauerstoffmangel bei der Geburt. Der junge Mann versteckt sich aber nicht zu Hause, sondern fährt mit seinem Rollstuhl hinaus und mischt sich unter die Leute. Jetzt sprach er im Sportheim des SC Ettmannsdorf über sein Schicksal und wie er damit klar kommt. Der Sportclub ist sein zweites Zuhause geworden. Lukas Zilch versäumt kaum ein Heimspiel und begleitet den Landesligisten manchmal auch bei Auswärtsbegegnungen.

Computerfreak

Mehr noch: Trotz seiner Behinderung hält er mit seinem Fotoapparat Spielszenen fest und stellt sie auf die Vereinshomepage und andere Internetplattformen. "Er macht wunderbare Bilder", schwärmt Susanne Feller beim Blick auf die Sportfotos. Die spastische Lähmung ist eine tägliche Herausforderung, die bei der Morgentoilette beginnt und sich den ganzen Tag über fortsetzt. Von der Nahrungsaufnahme über das Sprechen bis zum Problem, das Gleichgewicht zu halten.

Die Eltern und Freundin Maria unterstützen ihn und schaffen die Rahmenbedingungen für "ein relativ selbständiges Leben". So empfindet es Lukas zumindest. Er schwimmt gerne und bewältigt dabei auch größere Distanzen. Sein nächstes Ziel: "Ich möchte ein Buch schreiben und über meine Erfahrungen berichten". Lukas Zilch hat eine Schule für Körperbehinderte besucht und einige Jahre in einer Werkstatt für behinderte Menschen gearbeitet.

Der Computerfreak fühlte sich dort aber unterfordert und wechselte vor drei Jahren den Arbeitsplatz. Im Büro eines Autohauses hat er nun eine berufliche Perspektive gefunden, die ihn glücklich und zufrieden macht.
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