Handwerkskammer und Hochschule schließen Kooperationsvertrag
OTH-Lernort im Charlottenhof

Handwerkskammer-Präsident Dr. Georg Haber, OTH-Präsident Prof. Dr. Erich Bauer und Hauptgeschäftsführer Toni Hinterdobler (sitzend von links) freuten sich bei der Unterzeichnung des Vertrags über den neuen "innovativen Lernort" am CMT Charlottenhof. Bild: sbü
Lokales
Schwandorf
02.05.2015
0
0
(sbü) Die Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden (OTH) setzt konsequent auf die Verbindung von Wissenschaft und Praxis. Das Konzept der "innovativen Lernorte" (ILO) dient diesem Ziel. Die Hochschulleitung will das Modell der Dezentralisierung von Lernorten als Gegenstück zu einer Zersplitterung von Hochschulstandorten umsetzen. Die enge Zusammenarbeit mit dem Handwerk gilt als besonders wichtiges Element.

Die OTH Amberg-Weiden und die Handwerkskammer Niederbayern Oberpfalz haben einen Vertrag geschlossen, mit dem das Bildungszentrum CMT Charlottenhof der Handwerkskammer ab sofort innovativer Lernort wird. "Wir wollen Ihre Themen zu unseren Themen machen", sagte OTH-Präsident Professor Dr. Erich Bauer vor der Unterzeichnung am Dienstag. "Für mich ist die Vereinbarung gelebte Gleichwertigkeit zwischen Handwerk und Hochschule", bewertete Dr. Georg Haber, Präsident der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, das neue Vertragswerk. "Wir stellen uns der Aufgabe, das Handwerk noch stärker zu machen" sagte Haber.

Das Konzept sieht vor, dass sich ab sofort Studierende, Dozenten und Professoren im Charlottenhof mit Praktikern aus dem Handwerk zum fachlichen Austausch und zur Weiterbildung treffen. Exkursionen, Seminare, bis hin zu Bachelor-und Masterarbeiten sind weitere Beispiele der Zusammenarbeit. Vorgesehen ist auch, dass die Handwerkskammer über Studieninhalte und Weiterbildungsangebote der OTH, insbesondere auch über berufsbegleitende Studiengänge informiert wird.

Wörtlich heißt es in der Vereinbarung "Die Kooperationspartner stellen sich der Herausforderung des Fachkräftemangels und des demografischen Wandels im ländlichen Raum. Die Zusammenarbeit stellt damit einen wichtigen Beitrag zur Vernetzung der Wissensregion Oberpfalz dar". Übereinstimmend sagen die Partner auch, dass sie damit mehr leistungsorientierte Durchlässigkeit der Bildungssysteme schaffen wollen. Die Hochschule will ihren Praxisbezug weiter verstärken. HWK-Hauptgeschäftsführer Toni Hinterdobler nennt dazu mit den Stichworten Energieeffizienz, Speicherkapazitäten von Batterien, Automatisierungstechnik und Industrie 4.0 konkrete Themen. Auch sogenannte "weiche Faktoren wie Lagerverwaltung und Produktionssteuerung" zählt Hinterdobler auf. Er erwartet auch, dass durch die enge Zusammenarbeit zwischen Handwerk und Hochschule "Innovationen schneller in den Betrieb kommen".

Bisher hat die OTH zwölf Lernorte gegründet. 20 sollen es werden. Außerdem sieht Prof. Bauer im ILO-Konzept die Chance für "modernes Recruiting", weil die ILO-Einrichtungen potenzielle Bewerber gut kennenlernen können. Der Präsident schlug vor, am CMT die internationale Weiterbildungs-Veranstaltung "Summer-School" abzuhalten.
Weitere Beiträge zu den Themen: Mai 2015 (7904)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.