Hauptausschuss beauftragt Verwaltung mit weiterer Prüfung - Hot-Spots wesentlich teurer
Sympathie für Freifunk-Idee

Auf der Homepage der Schwandorfer "Freifunker" wird das Prinzip des offenen Funknetzwerkes erklärt. Die Seite ist unter schwandorf.freifunk.net abzurufen. Screenshot: Hösamer
Lokales
Schwandorf
16.07.2015
0
0
Angesichts der Kosten für eine WLAN-Versorgung in der Innenstadt wird der Oberbürgermeister zum "Freifunk"-Fan. Das Konzept, sagte Andreas Feller am Mittwoch im Hauptausschuss, habe für ihn den Charme, dass sich diejenigen Gewerbetreibenden und Wirte selbst beteiligen könnten, die mit der kostenlosen Internet-Versorgung auch weben könnten. Jetzt wird aber erst einmal geprüft.

Die "Freifunk"-Idee (wir berichteten) hat in der Stadt schon Wurzeln geschlagen. Bei genügend Beteiligung wäre ein Netz, etwa über den Marktplatz, schnell und günstig gelegt. Vereinfacht gesagt, stellen Anlieger beim "Freifunk" ihre ungenutzte Internet-Bandbreite über ein separates WLAN-Gerät der Öffentlichkeit zur Verfügung. Für die Nutzer ist das Angebot kostenlos. Es gibt aber momentan noch einen rechtlichen Haken, die "Störerhaftung": Wer wird zur Rechenschaft gezogen, wenn sich ein Freifunk-Kunde beispielsweise verbotene Inhalte oder urheberrechtlich geschützte Musik aus dem Netz lädt? Die Rechtsprechung dazu ist nicht eindeutig, der Gesetzgeber hinkt hinterher. Die "Freifunker" versuchen die Frage zu umgehen, in dem die Einwahlknoten beispielsweise in Schweden liegen. Gewerbliche Zugangs-Anbieter wie etwa die "Telekom" oder "Vodafone" sind in Sachen Störerhaftung momentan noch besser gestellt als die altruistischen "Freifunker", weil sich die Nutzer anmelden müssen.

Die Alternative zum "Freifunk", wie ihn Peter Lang (Piraten) und die Junge Union befürworten, wären von der Stadt eingerichtete Hot-Spots, also von einem gewerblichen Anbieter eingerichtete WLAN-Zugangspunkte. Nach Berechnung der Verwaltung würden für einen Hot-Spot rund 1200 Euro für die Einrichtung fällig, außerdem rund 80 Euro pro Monat für den Internetzugang. Außerdem wären möglicherweise Dienstbarkeiten notwendig, wenn eine Antenne an einem Gebäude angebracht werden soll. Der Hauptausschuss beauftragte die Verwaltung, die Möglichkeiten und die rechtlichen Hintergründe zu prüfen. Das "Freifunk"-Netz funktioniert indes schon in der Breite Straße, Störerhaftung hin oder her.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juli 2015 (8669)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.