Hürde überzeugend genommen

Lokales
Schwandorf
25.11.2014
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Der Oratorienchor meisterte die Herausforderung: Für die Motette "Lobet den Herrn, alle Heiden" belohnten über 260 Gäste am Sonntag das Ensemble mit großem Applaus. Über den durften sich in der Jakobskirche auch drei junge Musiker freuen.

Mit Bachs Motette BWV 230 wagte sich der Chor unter der sicheren und ruhigen Leitung von Wolfgang Kraus an ein Stück des Barock-Meisters, das als besonders schwierig gilt. Die Hürde hat der Chor überzeugend genommen, auch wenn die komplizierten Läufe eher den Blick in die Partitur denn auf den Dirigenten verlangten. In schönen, getragenen a-capella-Läufen schwelgen, das leistete der Oratorienchor mit Bravour gleich achtstimmig in "Jauchzet dem Herrn, alle Welt" von Mendelssohn-Bartholdy.

Die Motette über den Psalm 100 gab dem Nachmittag des Christkönig-Sonntag das passende Motto - und der Chor setzte Mendelssohns Stück Pachelbels Komposition zum gleichen Psalm entgegen - ein schöner Vergleich, wie sich Interpretationen binnen 150 Jahren musikalischer Entwicklung vom Barock zur Romantik veränderten. Eine gelungene Programmauswahl, die der Konrad-Max-Kunz-Fördervereinigung ein "volles Haus" bescherte.

Wolfgang Kraus hatte zu Beginn am Positiv mit zwei Stücken aus der Orgelsonate op.132 von Rheinberger den Boden bereitet für ein Trio, von dem noch zu hören sein dürfte: Hannah von Glasow (Cello), Theresia Waldschmitt (Querflöte) und Severin Huf (Orgel und Positiv) - alle drei mit der Kunz-Musikakademie eng verbunden - spielten die Sonate g-Moll (BWV 1020), die einem Pastorale nahekommt. Ein Stück, das heute Bachs Sohn Carl Philipp Emanuel zugeschrieben wird. Schade nur, dass die Flöte aus dem Chorraum zumindest in den vorderen Reihen des Kirchenschiffs nicht ganz so präsent erklingen konnte wie später von der Empore. Denn nach der schwierigen Bach-Motette hatte sich der Chor eine Pause verdient, die das Trio mit zwei feinen Sätzen aus dem Trio c-Moll (op. 149) von Rheinberger trefflich füllte.

Zwei a-capella-Stücke hintereinander ließen den Oratorienchor noch einmal zur Höchstform auflaufen: Mendelssohn-Bartholdys Motette "Herr, nun lässest du deinen Diener in Frieden fahren" und Josef Gabriel Rheinbergers Abendlied. Letzteres erklatschte sich das Publikum noch einmal als Zugabe eines sehr gelungenen Konzertnachmittags.
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