IHK kritisiert Steuererhöhung

IHK-Präsident Gerhard Witzany (von links), Gremiums-Vorsitzender Hubert Döpfer, Dr. Boris Rapp und Geschäftsführer Richard Brunner diskutierten die Wirtschaftsentwicklung in Schwandorf. Bild: hfz
Lokales
Schwandorf
25.03.2015
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Ein "falsches Signal" nennt das IHK-Gremium die beschlossene Erhöhung der Gewerbesteuern in der Kreisstadt. Den Unternehmern fehlt ein "Stadtmarketing". Den Kontakt mit der Stadt will Vorsitzender Hubert Döpfer intensivieren.

Kritisch, konstruktiv - so lasse sich die Position des IHK-Gremiums Schwandorf zur geplanten Gewerbesteuererhöhung in der Großen Kreisstadt zusammenfassen, teilte das Wirtschaftsgremium nach einem Treffen mit. In Vorgesprächen mit Unternehmen aus dem Stadtbereich sowie mit IHK-Gremiumsgeschäftsführer Richard Brunner habe Oberbürgermeister Andreas Feller die Wirtschaft über die finanziellen Nöte der Stadt informiert.

Zum Ausgleich dieser Finanzierungslücke hat die Verwaltung die Erhöhung des Hebesatzes für die Gewerbesteuer von 350 auf 380 Prozent ab 2016 vorgeschlagen. Die IHK-zugehörigen Unternehmen sehen in dieser Entscheidung das falsche Signal an die Wirtschaft und auch ein Indiz für die teilweise mangelnde Wettbewerbsfähigkeit der Kreisstadt als attraktiver Standort für Gründer und Investoren. Gremiumsvorsitzender Hubert Döpfer sieht hier vor allem "strukturelle Probleme". In der Vergangenheit sei die wirtschaftliche Entwicklung im Gegensatz zu Kultur- oder Sozialthemen stiefmütterlich behandelt worden.

Es fehle ein Stadtmarketing nach dem Vorbild vergleichbarer Städte. Viele Gründer und Investoren gingen leider an Schwandorf vorbei, fasste Döpfer die Diskussion zusammen. Geschäftsführer Brunner zitierte aus der jüngst veröffentlichten IHK-Studie über den Wirtschaftsfaktor Tschechische Kunden in der Oberpfalz und fragte: "Warum kommt Schwandorf auf dieser Landkarte nicht vor?"

Michael Horsch schlug vor, der Politik die Hand zu reichen und Strukturprobleme gemeinsam anzupacken. Diesen Weg habe das IHK-Gremium auch schon über mehrere Jahre mit Oberbürgermeister Hey versucht. Im Zuge des ISEK-Prozesses habe das Gremium mehrfach eine professionelle Verstärkung für die Bereiche Wirtschaftsförderung, Ansiedlungsfragen und Stadtmarketing angemahnt. Leider bisher ohne Erfolg. "Wir wollen konstruktive Gespräche und wir wollen, dass Schwandorf mehr aus seinen Möglichkeiten macht. Nur Haushaltssanierung wäre zu wenig," fasste Hubert Döpfer die Diskussion zusammen. Der mit Oberbürgermeister Feller gestartete Dialog solle deshalb noch intensiver geführt und aus der IHK Regensburg heraus fachlich begleitet werden, so die einhellige Meinung des IHK-Gremiums.
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