In acht Sekunden im Haus

Polizeihauptkommissar Wolfgang Sennfelder informierte bei einer gemeinsamen Veranstaltung der Stadt und der Polizei über Möglichkeiten, sich vor Einbrechern zu schützen. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
02.04.2015
1
0

"Sie werden heute beschleunigt nach Hause gehen", befürchtete Wolfgang Sennfelder bei seinem Vortrag in der Spitalkirche. Der Polizeioberkommissar hatte Grund zu dieser Annahme. Denn alle vier Minuten werde in Deutschland eingebrochen.

"Die Einbrüche häufen sich auch in unserer Stadt", stellte Oberbürgermeister Andreas Feller fest. Deshalb habe er den Kontakt zur Polizeiinspektion gesucht und um Aufklärung gebeten. Das große Interesse wertete er als Beweis für "die Sorgen, die sich die Bürger zurecht machen".

Wirksamer Schutz

Acht Sekunden brauchte der Mann im gezeigten Film, um ein Fenster zu öffnen. "Ein Schraubenschlüssel genügt ihm", ergänzte Wolfgang Sennfelder. Der Polizeioberkommissar ist ein gefragter Mann, wenn es um Prävention und Schutz vor Einbrechern geht. Er komme auch gerne zur Beratung nach Hause, sicherte er den Zuhörern zu.

"Nur wenige Häuser haben einen wirksamen Einbruchschutz", sagt der Kriminalbeamte. Der Berater der Polizei kennt die Schwachstellen. Das seien vor allem die Terrassentüren und Fenster im Erdgeschoss. 70 Prozent der Einbrecher gelangten auf diesem Weg ins Haus. Die Fenster oder Türen werden einfach aufgehebelt. Er rät deshalb zur "Nachrüstung". Rund 2000 Euro, je nach Anzahl der Fenster, schätzt der Experte, müssten die Hausbesitzer in mehr Sicherheit investieren.

Die Täter arbeiten immer professioneller. Und sie gehen, wie die Polizeiexperten wissen, meist nach dem gleichen Schema vor. Sie kundschaften die "Objekte" vorher aus und nutzen die Gunst der Stunde. Und es sei ein Trugschluss, zu denken, "dass Einbrecher es nur auf Villen abgesehen haben". Ganz im Gegenteil. Von Luxus-Häusern lassen sie eher die Finger, "weil diese meist alarmgesichert sind". Gefährdet seien, so die Erfahrung der Polizei, vor allem Häuser am Ortsrand. Einbrecher haben es fast nur auf Bargeld und Schmuck abgesehen. "Sie werden keinen Flachbildschirm aus dem Haus tragen", so der Polizeibeamte.

Psychische Belastung

Aber nicht der materielle Schaden, der bei einem Einbruch entstehe, sei das Problem. Er werde in der Regel von der Versicherung ersetzt. "Das Schlimmste", weiß Wolfgang Sennfelder aus seiner jahrelangen Erfahrung, "das ist der psychische Schaden, den die Menschen erleiden, wenn jemand in ihre Privatsphäre eingedrungen ist". Der Fachberater der Kriminalpolizei hat schon mit vielen Leuten gesprochen, die auch lange Zeit nach einem Einbruch in ihrem Haus nicht mehr schlafen konnten.
Weitere Beiträge zu den Themen: April 2015 (8563)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.