In drei Jahren ein Schüler-Minus von 13 Prozent
Im Abwärtsstrudel

Lokales
Schwandorf
28.02.2015
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Die Daten und Prognosen zu den Schülerzahlen, die Kreiskämmerer Michael Neckermann in der Sitzung des Schulausschusses präsentierte, übertreffen so manche Befürchtung. Eine erste Folge des Schülerrückgangs gibt es bereits. Die Außenstelle des Sonderpädagogischen Förderzentrums Oberviechtach wird geschlossen. Die Kinder werden ab Herbst an der Förderschule in Nabburg unterrichtet.

Weniger Schüler verzeichnen alle Schularten und -jahrgänge. Während es an Grund- und Mittelschulen laut Statistik seit 2006 kontinuierlich mit den Schülerzahlen nach unten geht, hat der Abwärtstrend bei Gymnasien, Realschulen und der Berufsoberschule (BOS) vor drei, vier Jahren eingesetzt. Neckermann griff beispielhaft die Naabtal-Realschule Nabburg als größte im Landkreis heraus. Diese habe innerhalb von drei Jahren 13 Prozent ihrer Schüler verloren. Gingen im Schuljahr 2011/12 noch 870 Kinder in die Nabburger Realschule, sind es im laufenden nur noch 760.

Die BOS besuchen derzeit 169 junge Leute. Seit 2010/11 (261) geht die Zahl nach unten. Auf und ab verläuft die Kurve nur bei der Fachoberschule. Mit 300 im Jahr 2008/09 liegt sie heute mit 323 über diesem Wert, lag jedoch auch zwei Mal darunter. Im Schuljahr 2030/31 werden 1728 Schüler weniger im Landkreis unterrichtet als heute. Der prognostizierte Rückgang an den fünf Gymnasien ist größer als die derzeitige Schülerzahl des Gymnasiums Nittenau mit 617. "Und das ohne Lappersdorf als Gymnasiumsstandort", gab Neckermann zu bedenken.

Dass der Kreis dennoch seine 22 Schulen auf Topniveau halten will, ist unstrittig. 93 Prozent der Hochbau-Investitionen fließen nach den Worten Neckermanns in die Schulen. Das meiste Geld wird heuer, wie berichtet, in die Naabtal-Realschule Nabburg und das Berufliche Schulzentrum in Schwandorf gesteckt. Der Schulausschuss hält Sparen auf dem Schulsektor für den falschen Ansatz und empfahl dem Kreistag, den Schuletat mit 15,1 Millionen im Verwaltungshaushalt und 7,7 Millionen Euro im Vermögensetat anzunehmen. Neckermann riet mit Blick auf die Finanzen aber, den Abwärtstrend aufmerksam zu beobachten und bei Investitionen zu berücksichtigen.
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