In schweren Turbulenzen

Reinhard Mieschala (Zweiter von links) bleibt Vorsitzender des FC Schwandorf. Auch seine Stellvertreter Peter von der Sitt (links) und Kurt Mieschala (rechts) wurden im Amt bestätigt. Sie ernannten den langjährigen Funktionär Alfred Otto (Zweiter von rechts) zum Ehrenmitglied. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
26.10.2014
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Der "Haussegen" hängt gewaltig schief. Den Verein plagen Geldsorgen, eine Sparte hat sich verabschiedet mit allen vereinsinternen Konsequenzen. Doch es gibt beim FC auch frohe Kunde.

Ein Jahr nach dem 100-jährigen Gründungsfest steckt der FC Schwandorf in einer schweren Krise. Die Fußballer befinden sich im freien Fall, die Tennisspieler sind in die Jahre gekommen und blieben erstmals seit langem ohne Titel und nun droht auch noch eine Zerreißprobe mit der Schwimmabteilung.

Ursache allen Übels war das Defizit von 15 000 Euro beim viertägigen Jubiläum im Juli 2013. Der Verein investierte zudem 28 000 Euro in die Renovierung der Sportanlage. Bei der Hauptversammlung am Freitag im Sportheim räumten Vorsitzender Reinhard Mieschala und kommissarische Schatzmeisterin Nadja Kröninger finanzielle Engpässe des Vereins zu Beginn des Jahres ein, die auch die Abteilungen zu spüren bekamen. Die Schwimmsparte hatte zu diesem Zeitpunkt noch genügend Geld auf dem Konto, um den Sportbetrieb aufrecht zu erhalten.

Drastische Maßnahmen

Mitte des Jahres aber spitzte sich die Lage zu. Die beiden Spartenleiter Benno Larisch und Stefan Meierhofer gründeten im Juli einen eigenen Verein, den "Schwimmverein Schwandorf", der mittlerweile Mitglied im Bayerischen Schwimmverband ist. Darauf reagierte der Vorstand des FC Schwandorf mit dem Ausschluss der beiden Funktionäre, erteilte ihnen Hausverbot und sperrte das Konto der Schwimmabteilung. "Zum Schutz der Mitglieder", wie Vorsitzender Reinhard Mieschala am Freitag betonte. Fällige Zahlungen der Schwimmabteilung würden aber weiterhin geleistet.

Trainerin Winnie Borkner machte sich zur Sprecherin der Mitglieder, die mit der Vorgehensweise des Hauptvereins in keiner Weise einverstanden waren. "Wir haben alle Hebel in Bewegung gesetzt, um den Verein über Wasser zu halten", versicherte Schatzmeisterin Nadja Kröninger. Ihre Prognosen zum Jahresende waren vorsichtig optimistisch. Deshalb forderte sie die Beteiligten auf, ihre Lagerkämpfe zu beenden und den Verein gemeinsam wieder auf Kurs zu bringen. Das will vor allem auch Vorsitzender Reinhard Mieschala, der gemeinsam mit seiner Frau die Bewirtschaftung der Vereinsgaststätte übernommen hat und mit Veranstaltungen die Einnahmen aus dem Wirtschaftsbetrieb steigern möchte.

Unbefristete Pacht

Die Mitgliederversammlung verabschiedete eine neue Satzung, die die alten Statuten aus den 1960-er Jahren ersetzt. VDES-Bezirkssportleiter Johannes Kulacz hatte eine frohe Kunde mitgebracht: Der Verein kann das 43 000 Quadratmeter große Sportgelände unbefristet für eine Jahrespacht von 500 Euro nutzen. Der pensionierte Bundesgrenzschutzbeamte Alfred Otto ist seit 1967 Mitglied beim FC Schwandorf, war Fußballabteilungsleiter, dritter Vorsitzender und AH-Präsident. Am Freitag ernannte ihn der Verein zum Ehrenmitglied.

Alfred Otto war dazu eigens aus seinem Wohnort Schluchsee angereist. Urkunde und Nadel für 60-jährige Mitgliedschaft erhielten Manfred Schmid und Heinz Kern. Josef Wagner wäre für 75-jährige Treue geehrt worden.
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