In Windeseile ins Verfahren

Dieser Windpark steht in der Nähe von Zittau. Bei Neukirchen sollen 200 Meter hohe Windräder auf dem Scheckenberg und im Heiligenholz entstehen. Mit den Planungen hat es das Unternehmen Tevaro nun relativ eilig. Bild: Götz
Lokales
Schwandorf
08.11.2014
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Windpark im Heiligenholz bei Neukirchen: Wenn es nach den Plänen der Tevaro GmbH geht, soll das Realität werden. Der Planungsausschuss nahm das Vorhaben am Donnerstag zur Kenntnis. Die Tevaro hat es jetzt eilig.

Im Wald oberhalb Neukirchen und Hartenricht liegt die einzige Fläche im Stadtgebiet, die für Windkraft nutzbar wäre. Das Gebiet wurde in den Windatlas aufgenommen, das hatte 2011 die SPD im Stadtrat beantragt. Die Tevaro-GmbH - eine Kooperation der GDF Suez Energie Deutschland, der Berliner Gaswerke (GSASAG) und der WSW Energie und Wasser AG (Wuppertal) - will dort nach bisherigem Stand mindestens sechs rund 200 Meter hohe Windräder aufstellen. Der Abstand zur nächsten Bebauung liegt bei gut 800 Metern. Dieses Maß entspricht noch dem bayerischen Wind-Erlass und ist der Grund dafür, warum es die Tevaro nun relativ eilig hat.

Die "10-H-Richtlinie"

Wie Firmenvertreter Arnd von Moers erläuterte, hofft sein Unternehmen auf ein gemeindliches Einvernehmen, bevor die "10-H-Richtlinie" in Kraft tritt. Die würde nämlich einen Abstand zur nächsten Wohnbebauung von zehn mal Windradhöhe, also etwa zwei Kilometern fordern. Dann wäre das Projekt mit einem Investitionsvolumen von rund 25 Millionen Euro gestorben. In zwei Wochen soll bei einer Genehmigungs-Antragskonferenz am Landratsamt das Vorhaben erläutert werden. Von dort bekommt die Tevaro "Hausaufgaben" mit, in Form von geforderten Gutachten. Das wäre der erste Schritt, ehe Schwandorf die Aufstellung eines Bebauungsplans beschließen könnte. Mit den Eigentümern (Privat- und Stiftungswald) seien Gespräche geführt worden, sagte Moers. Sein Unternehmen sei auch für Beteiligungsmodelle offen.

Gegen Gerüchte

Die Windräder würden eine Nabenhöhe von etwa 140 Metern erreichen, so Moers. Der Rotor-Radius beträgt über 60 Meter. Maximal 3 Megawatt Leistung hätte eines der Windräder, erklärte Moers auf Nachfrage von Franz Radlinger (CSU). Tevaro wolle die Räder auch selbst betreiben und nicht nach der Erstellung verkaufen. "Wir steigen erst in das Verfahren ein", sagte Moers, die vorzeitige Information solle kursierenden Gerüchten den Wind aus den Segeln nehmen. Im ersten Verfahrensschritt würden dann auch Ansichten erstellt, um deutlich zu machen, wie weit und von wo aus die Windräder zu sehen sind.

Marion Juniec-Möller (Grüne) begrüßte das Vorhaben ausdrücklich: "Prinzipiell bin ich begeistert". Sie plädierte für eine möglichst frühzeitige Informationsveranstaltung, um die Bürger zu Wort kommen zu lassen. Alfred Damm (ÖDP) sitzt nicht im Planungsausschuss, kam aber als "Gast" zu Wort und nannte das Projekt ebenfalls wünschenswert. Besonders wenn Bürger die Gelegenheit bekämen, sich zu beteiligen. Er schlug einen Ortstermin an einer vergleichbaren Anlage vor.

Steuereinnahmen?

Hans Sieß (CSU) fragte nach potenziellen Gewerbesteuereinnahmen für die Stadt. Die dürfte es geben - ohne Aussicht auf wirtschaftlichen Gewinn, so Moers, würde das Vorhaben nicht vorangetrieben.

Für die GDF Suez ist es nicht das erste Vorhaben in Schwandorf. 2008 kamen Pläne für ein Gaskraftwerk in der Kreisstadt auf den Tisch. Im Juli 2009 wurde das abgeblasen: Die Schwandorfer setzten dem deutschen Ableger des französischen Energie-Konzerns den Stuhl mit einem Bürgerentscheid vor die Tür.
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