Industrie- und Handelskammer stellt Standortumfrage vor - Unternehmer äußern sich zur Lage - ...
Firmen aus dem Landkreis loben loyale Mitarbeiter

Wir brauchen eine Wirtschaftsförderung, die auf die nächsten zehn Jahre angelegt ist.
Lokales
Schwandorf
17.11.2015
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Der Oberpfälzer ist nicht leicht zufriedenzustellen. Das musste auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) bei einer Standortumfrage feststellen. Richard Brunner zog das Fazit: "Die Stimmung ist schlechter als die Lage." Das wiederum ist beim IHK-Gremiumsgeschäftsführer kein Gefühl, sondern basiert auf Fakten. An der Standortumfrage für den Landkreis Schwandorf beteiligten sich 112 Unternehmen (knapp 1000 wurden angeschrieben, der Rücklauf beträgt 11,3 Prozent). Zum Einstieg wollte die IHK von den Verantwortlichen der Firmen und Läden wissen, wie sie den Standort nach dem subjektiven Empfinden benoten. Heraus kam ein Durchschnitt von 2,68 - der schlechteste Wert im IHK-Bezirk Oberpfalz/Kelheim.

Zu wenige Büroflächen

Gefragt nach 48 Indikatoren, also eine objektivere Sicht auf die Dinge, besserte sich die Note auf 2,36. Der Landkreis Schwandorf liegt damit ziemlich genau im Durchschnitt, der 2,34 betragt. Dabei sieht der Großteil der Unternehmen die Entwicklung in der Region eher positiv (etwa 26 Prozent) oder teilweise positiv (rund 30 Prozent) und nur wenige negativ (etwa 6 Prozent). Die Standortumfrage geschieht alle fünf Jahre.

Die Auswertung hat ergeben, dass den Firmen die Loyalität und Motivation der Mitarbeiter am wichtigsten ist, und in diesem Bereich auch eine hohe Zufriedenheit herrscht. Die Region ist laut IHK-Gremiumsvorsitzendem Hubert Döpfer im Vorteil: "Die Loyalität hier ist im Gegensatz zu Großstädten besonders hoch." Das sei eine Stärke der Oberpfalz und besonders des Landkreises Schwandorf. Im Blick haben die Verantwortlichen auch die Erreichbarkeit des Unternehmens für Mitarbeiter und Kunden sowie die Sicherheit der Energieversorgung. Als, laut Umfrage, weniger wichtig erachten sie hingegen die Schienenanbindung und den Anschluss ans überregionale Luftnetz. Wobei Brunner betonte, dass dabei schon zwischen einem Industrieunternehmen und einem Innenstadthändler unterschieden werde müssen.

Als ebenfalls "weniger wichtig" haben die Betriebe die Verfügbarkeit freier Büroflächen angegeben. Brunner allerdings monierte gerade diesen Punkt: "Es gibt zu wenige. Das ist ein Thema, das explizit die Kreisstadt betrifft." Hingegen sehe es bei den Gewerbeflächen gut aus. Das Angebot sei da - darüber herrsche auch große Zufriedenheit. Vor allem vor dem Hintergrund, dass 36 Prozent der Befragten eine Erweiterung planen, sei das sehr positiv.

Zufrieden zeigten sich die Unternehmen außerdem über die Umwelt- und Lebensqualität (Brunner: "Hier kann man gut arbeiten und leben") sowie das Ausbildungsangebot regionaler Hochschulen. Die Nähe zu sowohl Regensburg als auch Amberg und Weiden ist nach Aussage von Brunner ein großer Vorteil. Kritik bezog sich vor allem auf den Verkehr. Unzufriedenheit herrscht über die ÖPNV-Anbindung und -Taktzeiten sowie den Verkehrsengpass am Regensburger Kreuz. Oder wie es Döpfer ausdrückte: Die Arbeitnehmer im Landkreis müssten prinzipiell entweder mit dem Auto oder dem Fahrrad zur Arbeit fahren: "Das ist ein Thema, das wir angreifen müssen."

Präsenz vor Ort wichtig

Die IHK ist vor der Umfrage auch an Thomas Ebeling herangetreten, und hatte wissen wollen, was ihm wichtig ist. Der Landrat stellte deshalb die Frage: Welche Erwartungen haben Unternehmen an die regionale Wirtschaftsförderung - die Döpfer im Übrigen als "nicht optimal" bezeichneten. Die Unternehmen wünschen sich vor allem Präsenz vor Ort, Infoveranstaltungen, Sprechtage und Fachkräfte-Initiativen.
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