Initiative "Crossing Lifelines" will Flüchtlinge und deutsche Jugendliche zusammenbringen - ...
Begegnungsprojekt für junge Menschen

Sie packen mit an, damit "Crossing Lifelines" gelingen kann (von links): Dr. Gernot Koch, Reiner Debernitz, Heike Abt, Dr. Patricia Broser, Ralf Bormann, Alexandra Geiger, Walter Schütz, Werner Nagler und Karsten Alt. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
04.11.2014
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Die Globus-Stiftung schaue genau hin bei der Förderung der Projekte, sagt Vorstandsmitglied Karsten Alt. Mit 150 000 Euro unterstützte die Warenhaus-Holding vor ein paar Jahren bereits das pädagogische Konzept für "Jugendliche ohne Ausbildung" am Berufsschulzentrum Oskar von Miller, jetzt findet die Stiftung dort eine weitere Initiative für förderungswürdig: "Crossing Lifelines" heißt das Begegnungsprojekt zwischen jungen Menschen aus aller Welt und Unternehmen der Oberpfalz. 15 jugendliche Flüchtlinge und ebenso viele Gleichaltrige aus dem Landkreis lernen sich in künstlerischen Workshops kennen und tauschen sich "auf Augenhöhe" aus, wie es Lehrerin Alexandra Geiger vom Projektteam formuliert. Geplant sind dazu jeweils ein Wochenende im Januar und Februar. Höhepunkt wird dann im Mai eine fünftägige gemeinsame Fahrt nach Berlin sein. Es gehe in diesem Projekt nicht um eine Förderung "irgendwelcher Überflieger", wie Werner Nagler hervorhebt. Dem Leiter des Fachbereichs "Jugendliche ohne Ausbildung" (JoA) am Berufsschulzentrum liegen eher die benachteiligten Jugendlichen am Herzen. Aufseiten der Flüchtlinge ist die Projektgruppe schon zusammengestellt, für die Gruppe der deutschen Jugendlichen gehen die Bewerbungen gerade ein.

Das Neue am Projektansatz sei nicht die soziale Situation der Flüchtlinge, erklärt Schulleiter Ralf Bormann, sondern die Beschäftigung mit den Biografien der Gruppenteilnehmer. "Der kreative, interkulturelle Aspekt steht im Vordergrund", betont auch Lehrerin Dr. Patricia Broser. Sie will die interkulturelle Kompetenz der Jugendlichen stärken.

"Jugendliche Flüchtlinge möchten mit gleichaltrigen Deutschen in Kontakt kommen", weiß Diplom-Psychologin Heike Abt vom Institut für Kooperationsmanagement (IKO). Globus-Stiftungsbeirat Dr. Gernot Koch, der bereits das JoA-Projekt finanziell begleitet hat, sparte nicht mit Vorschusslorbeeren für "Crossing Lifelines". Er sprach von "einem einzigartigen Projekt, das genau den Nerv der heutigen Gesellschaft trifft".

Leitender Regierungsschuldirektor Walter Schütz nannte Zahlen: In Bayern bestehen derzeit 180 Berufsschulklassen mit 2500 jugendlichen Flüchtlingen, in der Oberpfalz sind es 14 Klassen mit 250 Schülern. Neben dem Berufsschulzentrum Schwandorf (vier Klassen) sind weitere Standorte Regensburg, Amberg, Weiden und Cham. Hoffnung auf eine Ausbildung dürfen sich auch jugendliche Flüchtlinge machen, die nicht am Projekt beteiligt sind: Globus-Geschäftsführer Reiner Debernitz kündigte an, dass sein Unternehmen Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen wolle.
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