Instrument für einen Prozess

Lokales
Schwandorf
10.11.2015
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Im Regelfall geht es bei Internetbetrügereien auf Versteigerungsplattformen um hochwertiges technisches Gerät und manchmal auch um geklaute Ware. Diesmal nicht. Im Mittelpunkt der gerichtlichen Auseinandersetzung stand ein Hohner-Akkordeon (Neuwert: 4000 Euro), welches ein Mann aus Norddeutschland erwarb und sich darüber freute, dass es nur ein paar hundert Euro kostete. Doch in die Tasten der Ziehharmonika konnte der Käufer aus Lübeck nicht greifen. Als sie bei ihm eintraf, wurde rasch deutlich: Die Knopfharmonie war so marode, dass sie sich zum Bespielen nicht mehr eignete.

Aus Lübeck war eigens die Frau des erkrankten Akkordeonliebhabers angereist. Dabei stellte sich dann vor der Amtsrichterin Petra Froschauer die Frage: Lag da wirklich eine Betrugsabsicht des Verkäufers aus Schwandorf vor? Zumal das Instrument für einen Bruchteil seines Neuwertes an den Meistbietenden ging.

Die Aktendeckel in Sachen "Hohner" schlossen sich rasch. Die Richterin stellte das Betrugsverfahren gegen den Akkordeon-Anbieter gegen eine Geldauflage ein. Allerdings machte sie zur Bedingung, "dass der Kauf rückabgewickelt wird." Erst danach will die Juristin den Fall endgültig in die Registratur legen.
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