Isabella von Obstfelder referiert beim Betreuungsverein über Suchtgefahren
"Heroin aus der Steckdose"

Lokales
Schwandorf
18.11.2014
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"Was tun bei Sucht?" war ein Vortrag überschrieben, den Isabella von Obstfelder vor gesetzlichen und ehrenamtlichen Betreuern hielt. Die Mitarbeiterin der Fachklinik für Abhängigkeitserkrankungen und Psychosomatik in Furth im Wald informierte über die Entwicklung und die Formen der Sucht, die Auswirkungen auf den Betroffenen und Möglichkeiten der Hilfe im Rahmen der Betreuung.

1,4 Millionen Menschen in Deutschland seien medikamenten-, 2,4 Millionen alkoholabhängig, entnahm die Referentin der Statistik. Die größte Gruppe unter ihnen seien Senioren mit einem täglichen Medikamentenmix. Suchterkrankungen seien allerdings vielfältig, so die Diplom-Sozialpädagogin (FH) am Mittwoch in den Räumen des Betreuungsvereins. Zu den bekannten Mitteln Alkohol, Drogen und Medikamenten komme immer stärker der "Medienrausch". Isabella von Obstfelder spricht von "Heroin aus der Steckdose". 250 000 Menschen sollen laut Schätzungen aktuell dem "pathologischen Glücksspiel", 560 000 der Internet-Sucht erliegen.

"Es läuft nicht gut in unserer Gesellschaft", findet die Fachkraft. Die Deutschen seien "keine Kostverächter" beim Konsumieren von Suchtmitteln. Wer täglich zwei Halbe Bier trinke, gehöre bereits zum gefährdeten Personenkreis. Der Körper verlange im Laufe der Zeit "nach einer immer stärkeren Dosis".

Der Betroffene verspüre den Zwang, konsumieren zu müssen, und leide unter immer stärkerem Kontrollverlust. Wenn er nicht mehr konsumiere, machten sich Entzugserscheinungen bemerkbar. Professionelle Hilfe sei bei der Therapie erforderlich, so die Referentin, wenn der Suchtkranke dem Teufelskreis entrinnen wolle.
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