Jochen Surel sucht Mitstreiter im Kampf gegen Freihandelsabkommen TTIP
Das Verhängnis vor Augen

Jochen Surel. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
05.01.2015
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TTIP - vier Buchstaben sorgen für heftige Debatten. Behalten die Mahner und Kritiker Recht, die vor dem Abschluss dieses Abkommens warnen? Ein "Einzelkämpfer" gegen das Vorhaben sucht weiter Verbündete.

Jochen Surel (47) ist seit 1997 selbstständiger Landschaftsgärtner und fühlt sich aus ethisch-moralischen Gründen dem Erhalt der Schöpfung verpflichtet. Deshalb geht er auf die Straße, sammelt Unterschriften und wettert in Vorträgen gegen Politiker und Wirtschaftslobbyisten, die das Handels- und Investitionsabkommen (TTIP) befürworten. Jochen Surel will die Leute aufrütteln und appelliert deshalb an deren Verantwortung gegenüber den nachfolgenden Generationen. Der "Einzelkämpfer" sucht Verbündete im Kampf gegen "Korruption und Ausbeutung" und setzt sich für den Erhalt der Lebensgrundlagen ein. Der Umweltaktivist fühlt sich nicht als "realitätsferner Weltverbesserer", sondern sieht die Demokratie, den Mindestlohn, die Arbeitnehmerrechte, die sozialen Errungenschaften und die natürlichen Ressourcen in Gefahr, sollte das Freihandelsabkommen in Kraft treten. Er befürchtet zudem eine Abhängigkeit der deutschen Landwirte von den amerikanischen Saatgutkonzernen.

Regressansprüche

"Einen Staatsstreich auf Raten" nennt Jochen Surel die Pläne der TTIP-Lobbyisten. Die Rechtsstaatlichkeit in Europa würde ausgehebelt, Regressansprüche der Großkonzerne seien vorprogrammiert. So wie der Energieriese Vattenfall jetzt Deutschland nach dem Atomausstieg auf 3,5 Milliarden Euro Schadenersatz verklage. Enttäuscht ist Jochen Surel "von jenen politischen Parteien, die den Umweltschutz zwar im Programm haben, aber nichts gegen das Zustandekommen des Abkommens unternehmen". Dabei steht für den Umweltschützer außer Zweifel, "dass das von den Konzernen geplante Handelsmodell dem Menschen und der Umwelt zum Verhängnis werden wird".

Jochen Surel hat die Vision von einer "demokratisch kontrollierten Handels- und Investitionspolitik". Fernab von Geld und Gier. Er glaubt nämlich an "das Gute im kosmischen System", auch wenn das menschliche Handeln dem oft zu widersprechen scheine. Surel redet seinen Mitmenschen ins Gewissen und fordert sie zum Widerstand gegen die Wirtschaftslobbyisten auf: "Wir tragen nicht nur Verantwortung für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun".
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