Jugend für Integration gewinnen

Lokales
Schwandorf
25.10.2014
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Eindrucksvoll schilderte Sozialministerin Emilia Müller die Einzelschicksale traumatisierter Jugendlicher, "die nach einer langen Odyssee schließlich bei uns ankommen". Für ihre Zuhörer beim Kreisjugendring war anschließend klar: "Da müssen wir uns einbringen".

Von der Herbstversammlung des Kreisjugendrings, bei der am Donnerstag im evangelischen Gemeindezentrum 33 der 46 im Landkreis organisierten Jugendverbände vertreten waren, ging ein deutliches Signal der Hilfsbereitschaft aus. "Nehmen wir die Flüchtlinge mit offenen Armen auf", appelliert Emilia Müller an die Bevölkerung. Sie spürt einerseits eine große Bereitschaft zu helfen, erfährt aber auch ein hohes Maß an Intoleranz. "Sie können sich nicht vorstellen, welche E-Mails ich täglich bekomme", erzählte die Ministerin den Jugendvertretern. In der Integration der Asylbewerber sieht sie eine gesamtgesellschaftliche und vor allem gesamteuropäische Aufgabe. Bei weltweit 51 Millionen Flüchtlingen müsse das europäische Verteilungssystem auf neue Beine gestellt werden, so Müller.

Auch weitere Themen standen an. 4769 Gutscheine hat der Kreisjugendring seit Bestehen des Fifty-Fifty-Taxis im Oktober 2012 ausgegeben. Zweiter Vorsitzender Jürgen Weich bedauerte die Weigerung der "Discotheken-Stadt Nabburg", im Rathaus eine Verkaufsstelle einzurichten. Er schlug als Alternative das Tourismuszentrum in Nabburg vor und bat Landrat Thomas Ebeling um Vermittlung. Der Kreisjugendring wird 2015 vom Landkreis 57 000 Euro an Haushaltsmitteln für die Verbandsarbeit und 10 000 Euro für das Taxi-Projekt fordern. Geschäftsführerin Elisabeth Lorenz kündigte für das Programm 2015 drei neue Angebote an: eine viertägige Hüttenwanderung in den Alpen, eine zweitägige Kanu-Tour auf Naab und Regen jeweils im August und eine einwöchige Fünf-Flüsse-Radtour im Juni.

Martin Holzner vom Bayerischen Jugendring warb für den Erwerb der Jugendleiterkarte "JuLeiCa", eines amtlichen Ausweises für ehrenamtliche Mitarbeiter in der Jugendarbeit. "Sie soll die Qualifikation unserer Arbeit sichtbar machen", sagte der Verbandsvertreter. Aktuell sind Landkreis 72 Jugendbetreuer im Besitz der "JuLeiCa". Bis Ende 2015 sollen es 300 sein. "Dann hätte ich meine Wette gegen Ministerin Müller gewonnen", verriet Holzner den Zuhörern .
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