Jugendliche aus Eritrea und Afghanistan werden betreut
"Guter Hirte" bietet Obdach

Oberbürgermeister Andreas Feller besuchte gemeinsam mit Einrichtungsleiter Otto Storbeck die Wohngruppe mit sechs jungen Flüchtlingen und wechselte ein paar Worte mit den Mädchen aus Eritrea. Sie sollen aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes unerkannt bleiben. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
12.12.2014
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Vier Mädchen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren sind mutterseelenalleine aus ihrer Heimat Eritrea geflohen und haben im "Haus des Guten Hirten" Unterschlupf gefunden. In Obhut der "Katholischen Jugendfürsorge" befinden sich außerdem zwei Jungen aus Afghanistan.

Die vier Mädchen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren joggen und kochen miteinander und können bereits einige "Brocken" Deutsch. Anfang nächster Woche erwartet Heimleiter Otto Storbeck weitere fünf Jugendliche aus Somalia und Syrien. Durch den hausinternen Umzug der heilpädagogischen Gruppe sei Platz für maximal 20 Jugendliche entstanden, so Storbeck.

Zweiter Träger

Jugendamtsleiterin Regina Hildwein geht "von bis zu 33 unbegleiteten Jugendlichen" aus, um die sich der Kreis im kommenden Jahr kümmern müsse. Sie hat mit "Dr. Loew soziale Dienste" einen zweiten Träger zur Aufnahme der Flüchtlingskinder gefunden. Die Kosten übernehme die Jugendhilfe des Landkreises mit Hilfe des Freistaates Bayern.

Die Mitarbeiter im Haus des Guten Hirten, Judith Schmohl, Christine Allgeyer und Martin Brock, kümmern sich gemeinsam mit einem neu angestellten Erzieher um die Asylbewerber und versuchen, den Tagesablauf zu strukturieren. Vormittags sind die Jugendlichen in der Berufsschule, um zunächst Deutsch zu lernen. In der weiteren Folge gehe es um eine berufliche Orientierung, so Martin Brock. Hier sei das Kolpingbildungswerk mit im Boot. "Das Hauptproblem ist momentan die Sprache", erklärte Diplom-Pädagoge bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. Er spürt aber den "unbändigen Ehrgeiz" der jungen Leute, möglichst schnell Deutsch zu lernen. Martin Brock will in nächster Zeit Kontakt mit Sportvereinen der Stadt aufnehmen und die soziale Integration der Jugendlichen fördern. "Aber jetzt lassen wir sie erst einmal ankommen in ihrer neuen Heimat".

Großer Dank

Das Betreuungsprojekt ist zunächst auf zwei Jahre ausgelegt. Bis dahin sei entschieden, so Otto Storbeck, "ob den Jugendlichen Asyl gewährt wird oder ob sie in ihre Heimat zurückkehren müssen". Aber selbst bei einer Rückkehr werde sich nach Meinung des Einrichtungsleiters der Betreuungswand gelohnt haben, "denn die erlernten Kompetenzen können die Jugendlichen zu Hause nutzen". Und wenn sie hier blieben, profitiere die heimische Wirtschaft von den neuen Fachkräften

Oberbürgermeister Andreas Feller und stellvertretender Landrat Jakob Scharf dankten der "Katholischen Jugendfürsorge" (KJF) und der Heimleitung für die Bereitschaft zur Aufnahme minderjähriger Flüchtlinge. KJF-Abteilungsleiter Johannes Magin sieht seinen Verband "in dieser wichtigen Aufgabe" gefordert. Nach Abensberg und Regensburg sei Ettmannsdorf der dritte Standort, "an dem die Katholische Jugendfürsorge Betreuungsplätze für junge Menschen auf der Flucht bereitstellt".
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