KAB und Bildungswerk präsentieren Ausstellung im Landratsamt - Beitragspflicht auf weitere ...
Drei Säulen für eine gerechte Rente

Die KAB-Vertreter Josef Wismet (von links), Franz Pointl und Christa Mösbauer eröffneten gemeinsam mit Landrat Thomas Ebeling die Ausstellung rund um das Thema Rente. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
10.02.2015
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Mit ihrem dreistufigen Rentenmodell versuchen die katholischen Verbände seit vielen Jahren, Einfluss auf die politischen Entscheidungsträger zu nehmen. Vergeblich! Mit einer Ausstellung, die bis 20. Februar im Eingangsbereich des Landratsamtes zu sehen ist, startet die "Katholische Erwachsenenbildung" nun einen neuerlichen Versuch.

Unter dem Motto "Solidarisch und gerecht" vergleicht der Verband das aktuelle Rentenmodell mit der KAB-Variante, die auf drei Stufen basiert: Sockelrente, Arbeitnehmerpflichtversicherung sowie betriebliche und private Vorsorge.

KAB-Rechtsstellenleiter Josef Wismet nannte gestern bei der Einführung in die Ausstellung die Gründe, warum das lange gut funktionierende Umlageverfahren am Ende sei. Die Zahl der Beitragszahler sinke, die der Rentner steige. Zudem würden die Menschen immer älter. "Seit 1960 hat sich die Rentendauer verdoppelt", entnimmt Wismet der Statistik.

Der Gesetzgeber habe mit der Rentenanpassungsformel, Abschlägen, Rentenkürzungen und Verlängerung der Arbeitszeit reagiert, erinnerte der KAB-Rechtsberater an die Einschnitte. Vor 20 Jahren habe ein Rentner noch 70 Prozent seines letzten Lohnes bekommen, bis 2030 soll der Wert auf 43 Prozent sinken. Arbeitslosigkeit, Minijobs und Dumpinglöhne müssten zwangsläufig zu weiterer Altersarmut führen, so Josef Wismet. Schon wer jetzt in Rente gehe, müsse mit erheblich weniger auskommen als die älteren Ruheständler. 2013 habe die durchschnittliche Rente eines Mannes in der Oberpfalz 935, die einer Frau 455 Euro betragen.

Der KAB-Rechtsexperte zieht daraus die Schlussfolgerung: "Die Rentenkassen müssen stärker gefüllt werden". Alle Einnahmen, von den Mieteinkünften bis zu Spekulationsgewinnen, müssten zugunsten der Rentenversicherung herangezogen werden: Weg von der lohnbezogenen, hin zur einkommensorientierten Beitragszahlung. Ferner seien alle heranzuziehen, auch Beamte und Selbständige. Damit die katholischen Verbände mit ihren Forderungen mehr Gehör finden, gehen sie nun mit einer Wanderausstellung an die Öffentlichkeit.

"Mit der Ausstellung möchten wir einen Anstoß zur Diskussion und zum Nachdenken über eine gerechte Generationen- und Geschlechtergesellschaft geben", betonte KAB-Kreisvorsitzender Franz Pointl. Zu Recht würden sich die Versicherten um ihre Alterseinkünfte sorgen. Christa Mösbauer, hauptamtliche Mitarbeiterin des KAB-Diözesanverbandes, sieht im Mindestlohn von 8,50 Euro keine entscheidende Verbesserung, denn mit diesem geringen Einkommen lasse sich keine private Vorsorge aufbauen.
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