Kabarettist Michael Altinger und Musiker Martin Julius Faber spielen "Ich sag's lieber direkt"
Drohanruf im Dorf-Universum

Kabarettist Michael Altinger und Musiker Martin Julius Faber brachten mit ihrem lustigen Programm "Ich sag"s lieber direkt" den Piusheim-Saal zum Beben. Bild: Götz
Lokales
Schwandorf
09.11.2014
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Leben wir nicht alle in Strunzenöd? So skurril die Bewohner von Michael Altingers fiktivem Heimatort sind, so vertraut sind sie auch, wenn er sie auf der Bühne darstellt. Im Piusheim hat er dies nun vor vollem Haus getan.

Schon nach wenigen Minuten war klar: Das wird ein wirklich lustiger Abend mit dem "Schweiger", der seltsamen Bauernfamilie, dem Rasthaus-Wirt und all den anderen schrägen Vögeln, die die arme Hauptperson umschwirren. Nein, ein leichtes Leben hat der Altinger wirklich nicht, dort im tiefen Niederbayern, von wo er aufgebrochen ist, um auf der Schwandorfer Piusheim-Bühne zwischenzulanden und das Oberpfälzer Publikum um den Finger zu wickeln.

Denn auch wenn er sich zwei Stunden lang als armer Kaspar Hauser darstellt, der sich im Strunzenöder Dorf-Universum mehr schlecht als recht zurechtfindet, so ist der 43-Jährige doch noch immer ein echter Charmebolzen, der mit deinem jungenhaften Auftreten sofort die Herzen für sich einnimmt. Es ist ein vermeintlicher Drohanruf, der per SMS-Sprachbotschaft über das Telefon zu Hause übermittelt wird, der dem Kabarettisten zwei Stunden lang als roter Faden durch sein Programm dient.

Wer mag ihm wohl übel wollen in der Gemeinde? Ist es vielleicht Tante Augenia, eine streng-dominante Strunzenöder Institution, die schon Generationen von Dorfkindern mit liebvollen, aber eindrücklichen Watschen aufs Leben vorbereitet hat? Oder gar deren Mann mit dem unappetitlichen Haarwuchs?

Nur freundliches Grinsen

Der arme Michael grübelt und sucht, findet aber nirgends Aufklärung oder Hilfe. Im Gegenteil, die Verwicklungen werden immer absurder. Eins ist klar: Der "Schweiger" kann's nicht sein. Denn der spricht ja nicht, also auch keine Drohungen aus. Aber er bringt den armen Altinger in peinliche Situationen, wenn man sich begegnet. Weil er halt nichts sagt und nur freundlich grinst. Dafür muss dann der Michael reden und reden und reden...

Aber das kann er ja gut, der Altinger, wie er in Schwandorf zum zwischenzeitlich dritten Mal bewiesen hat. "Ich sag's lieber direkt" war der Abend betitelt, den er mit seinem lustigen Side-Kick und Begleitmusiker Martin Julius Faber zum Brüllen komisch über die Bühne brachte. Die Zuschauer dankten mit langem Applaus.
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