Kein Tag ohne Termine

Seit rund einem Jahr ist Landrat Thomas Ebeling - hier mit dem neuen Pressesprecher Hans Prechtl - im Amt. Bereut hat er seine Entscheidung zur Kandidatur keine Sekunde lang. Bild: Götz
Lokales
Schwandorf
29.04.2015
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Fast genau ein Jahr ist es her, dass ein neuer Mann den Chefsessel im Landratsamt übernahm. Aus dem Familienrichter Thomas Ebeling wurde der Landrat Thomas Ebeling - und aus seinem Leben das eines Vollzeitpolitikers. Für "Gum" und "Wumm" ist die Zeit dadurch deutlich knapper geworden.

Am 2. Mai vergangenen Jahres trat Ebeling seinen Dienst im Landratsamt an. Seitdem bestimmt der Terminkalender sein Leben: "Als Landrat gibt es keinen Tag ohne Termine", sagt Ebeling bei einem Gespräch mit dem NT. Bereut hat er seine Entscheidung zur Kandidatur aber keine Sekunde lang. Da ist zum einen die politische Ebene: "Wenn man die Affinität hat, dann hat man auch Spaß an der politischen Auseinandersetzung". Andererseits gibt es auch eine gesellschaftliche Ebene. Ebeling findet es schön, wenn die Einladungen zu zahlreichen Veranstaltungen eintreffen. "Das zeigt, dass die Leute es schätzen, wenn man kommt", sagt Ebeling und betont: "Es macht wirklich Spaß und schadet dem Landrat auch sicher nicht, wenn er da war und mit den Menschen geredet hat".

Neben den zahlreichen Terminen in seinem Kalender ist dort noch etwas eingetragen: Freizeit. Ebeling nimmt sich diese Zeit bewusst und plant sie lange vorher. Mal eben spontan einen Tag freinehmen kann ein Landrat nunmal nicht: "Man muss aufpassen, dass die Freizeit nicht zu kurz kommt". In diesen Stunden pflegt der Landrat sein größtes Hobby: Agility. Sechs Hunde - darunter "Wumm" und "Gum" - halten er und seine Frau. Im Garten ist ein Parcours aufgebaut. Auch eine Halle bietet gute Trainingsbedingungen. Dennoch: Das sportliche Niveau vergangener Jahre, als Ebeling bei Europa- und Weltmeisterschaften erfolgreich war, wird er nicht mehr erreichen können. "Früher war drei- bis fünfmal in der Woche Training, jetzt vielleicht noch einmal. Mehr schaffe ich nicht", schildert er.

Was dem Landrat in manch einer politischen Diskussion zugute kommt, ist seine Erfahrung als Familienrichter. Ein Beispiel dafür ist erst wenige Wochen alt: der Konsens, als es um die WAA-Erinnerungsstätten ging. Am Ende der Debatte stand ein einstimmiger Beschluss im Kreistag - was es bei einem WAA-Thema in der Kreisgeschichte bislang noch nicht gegeben hat. Zuhören und die Menschen reden lassen, dann sei die Bereitschaft für einen Konsens viel größer, weiß er aus seiner Zeit am Richtertisch. Generell bezeichnet der Landrat die Zusammenarbeit aller Fraktionen im Kreistag als sehr gut: "Negative Erlebnisse halten sich sehr in Grenzen". Welche Auswirkungen hat das Amt auf den Menschen Thomas Ebeling? "Hoffentlich habe ich mich als Mensch überhaupt nicht verändert", nur das Umfeld sei anders geworden, antwortet er, bevor er schmunzelnd doch noch zwei Punkte aufzählt: "Die Kleiderordnung hat sich definitiv verändert - auch das Rasierverhalten". (Hintergrund)
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