Keine Geldwäsche: Schwandorfer Amtsgericht spricht Frau frei
Auf Betrüger hereingefallen

Lokales
Schwandorf
09.11.2015
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Er suchte dringend Arbeit und ging einer international operierenden Betrügerbande auf den Leim. Über Internet stieß ein 65-Jähriger aus dem Kreis Schwandorf auf eine offenbar in Frankreich ansässige "Asphalt Group", die ihm ein Jobangebot machte. Der Mann sollte Verkehrszeichen und Straßenschäden in seinem heimatlichen Umfeld fotografieren und dafür 20 Euro pro Stunde erhalten.

Ebenfalls über PC kam es dann zu einem Arbeitsvertrag, dem nicht lange darauf die Offerte folgte "Wir stellen eine Kamera und ein Objektiv." Dafür überwies die "Asphalt Group" insgesamt 7000 Euro und verlangte: "Bitte sofort per Blitzanweisung an die Auslieferfirma bei Paris weiterleiten." Die Ehefrau (47) des Mannes hob das eintreffende Geld von ihrem Konto ab, danach wurde es in zwei einzelnen Beträgen an Männer in Frankreich überwiesen. Sie holten die Summen in bar noch am gleichen Tag ab und verschwanden spurlos. Kamera und Objektiv kamen nie und auch die "Asphalt Group" samt ihrem angeblich adeligen Geschäftsführer rührte sich nicht mehr.

Bei Arbeitssuche behilflich

Woher die 7000 Euro stammten, wurde jetzt bei einer Verhandlung vor dem Schwandorfer Amtsgericht deutlich. Sie waren von den Drahtziehern mit geschickten Manipulationen von Konten eines Berliner Ehepaars und einer Firma in Norddeutschland abgehoben und in die Oberpfalz zur Geldwäsche weitergeleitet worden.

War es "leichtfertige Geldwäsche", wie die Staatsanwaltschaft nun der 47-jährigen Angeklagten unterstellte? Der Richter verneinte und sprach die Frau frei. Erstens sei die Osteuropäerin der deutschen Sprache kaum mächtig gewesen und zweitens "wollte sie ihrem Mann nur bei der Arbeitssuche behilflich sein." Das Verfahren gegen den 65-Jährigen war schon im Vorfeld eingestellt worden.
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