Keine "Zone 30" am Kreuzberg

Der Verkehrsausschuss mit den beratenden Mitgliedern machte sich vor Ort ein Bild von der Lage und hörte an der Kreuzbergallee sowohl die Argumente von Anlieger Michael Polauf (links) als auch die Ansicht des Verkehrssachbearbeiters der Polizei, Jürgen Wagner (rechts). Das Ergebnis: Eine Tempo-30-Zone im Kreuzbergviertel wird nicht kommen. Bild: Hösamer
Lokales
Schwandorf
10.07.2015
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Birgt der Verkehr im Kreuzbergviertel besondere Gefahren? Ja, sagen Anwohner und fordern eine Tempo-30-Zone. Nein, sagen die Fachleute. Die Mehrheit im Verkehrsausschuss schloss sich den Profis an.

Vier Schulen, über 30 Wohnstraßen, unzählige Rechts-vor-links-Kreuzungen und die Goethe-Straße als heimliche Magistrale: Der Verdacht liegt nahe, dass im Kreuzbergviertel besondere Verkehrsprobleme auftauchen könnten. Nun ist das aber so eine Sache mit subjektivem Empfinden und tatsächlicher Lage. "Es gibt keine Unfallhäufung", sagte Verkehrssachbearbeiter Polizeihauptkommissar Jürgen Wagner am Mittwoch beim Ortstermin des Verkehrsausschusses. Bei den registrierten Schulwegunfällen der vergangenen Jahre seien die Kinder auch nicht mit einem anderen Verkehrsteilnehmer aneinander geraten, sondern beispielsweise gestürzt. Und: Messungen ergaben Geschwindigkeiten zwischen 24 und 35 Kilometern pro Stunde. "Eine Tempo-30-Zone würde keine Verbesserung bringen", sagte Wagner und bekräftige damit, was Ordnungsamtsleiter Stefan Schamberger den Ausschussmitgliedern bereits vorgeschlagen hatte. Wenn eine Zone ausgewiesen würde, müsse die Goethestraße ausgenommen werden. ÖPNV-Sprecher Burkhard Berger verwies darauf, dass sonst der Schulbusverkehr in den Stoßzeiten den Kollaps verursachen würde, wenn die Busse nicht nur an parkenden Autos, sondern auch noch an den Rechts-vor-links-Einmündungen warten müssten.

Anlieger Michael Polauf listete dagegen die Bedenken der Anwohner noch einmal auf. Besonders Auswärtige seien mit der Situation nicht vertraut, würden viel zu schnell über den Kreuzbergring fahren, ohne die Vorfahrt zu beachten.

Im Sitzungssaal stellte sich CSU-Sprecher Hans Sieß auf die Seite der Fachleute, ebenso UW-Vertreter Peter von der Sitt. Andreas Weinmann für die SPD und Alfred Damm (ÖDP) forderten erneut, sämtliche Wohngebiete als "30er-Zonen" auszuweisen und nur Hauptverkehrswege auszunehmen. Damit könne ein "Fleckerlteppich" in der Stadt vermieden werden. Mit 6:4 lehnte der Ausschuss schließlich die 30er-Zone ab.
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