Kimmerl: Staatliche Förderquellen nicht voll ausgeschöpft
Für Musikschulen wäre mehr drin

Die von Vereinen oder Stadt getragenen Musikschulen haben hohe Ausgaben für qualifiziertes Personal. Wenn die Kommunalförderung steigt, könnte auch der Staat mehr zuschießen. Unser Foto zeigt eine Szene aus dem Musikunterricht mit Barbara Nutz, der Leiterin der städtischen Musikschule in Neunburg vorm Wald. Bild: weu
Lokales
Schwandorf
20.02.2015
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Die beiden kommunalen Sing- und Musikschulen im Landkreis könnten mehr Fördergelder bekommen. Dafür müsste jedoch der Kreis in seinem Haushalt den Grundstein legen. Stellvertretender Landrat Arnold Kimmerl (ÖDP) ergriff dazu nun die Initiative.

Die zwei Musikschulen, um die es geht, bestehen in Pfreimd und in Neunburg vorm Wald. Zusammen mit der Anton-Bruckner-Musikschule in Eslarn (Landkreis Neustadt/WN), die auch von Kindern und Jugendlichen aus dem Schwandorfer Kreisgebiet besucht wird, erhalten sie jährlich 1788 Euro an Landkreisförderung. Arnold Kimmerl, Altbürgermeister der Stadt Pfreimd, beantragte nun eine deutliche Erhöhung.

In einem Brief an Landrat Thomas Ebeling (CSU) verdeutlichte er den Hintergrund: Der Freistaat Bayern orientiert seine Bezuschussung der Musikschulen an der kommunalen Förderung. Mit anderen Worten: Gäbe der Kreis mehr, so könnte auch der Staat seinen Obolus erhöhen. Wie eine Nachfrage Kimmerls beim Verband Bayerischer Sing- und Musikschulen in Weilheim ergab, erreichen über 85 Prozent der Schulen die Maximal-Förderung, weil die Kommunen mindestens 35 Prozent der Lehrpersonalausgaben tragen.

Davon sind Pfreimd und Neunburg vorm Wald ebenso wie Eslarn allerdings meilenweit entfernt. Sie gehören fördermäßig zu den sechs Schlusslichtern in Bayern und erhalten nur die Hälfte des Betrags, den sie eigentlich für sich verbuchen könnten. Denn die anrechenbaren kommunalen Leistungen liegen zu niedrig: In Pfreimd machen sie 19,59 Prozent aus, in Neunburg vorm Wald 16,54 und in Eslarn 15,37 Prozent.

"Dieser höchst unbefriedigende Zustand sollte sich ändern", meinte Arnold Kimmerl in seinem Antrag, den er noch rechtzeitig zu den diesjährigen Etat-Beratungen einbrachte. Er verwies darauf, dass 86 Prozent der Ausgaben der Musikschulen dem qualifizierten Lehrpersonal zuzuordnen sind. Wenn der Kreis wie bisher jährlich drei Euro pro Musikschüler beisteuert, so nehme sich diese Förderung wie ein Almosen aus.
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