Kindergarten in freier Natur

Auf dem Brunner-Hof in Richt lassen sich die Hühner von Veronika Peters (rechts) in den Arm nehmen und streicheln. Sehr zur Freude der Kinder und deren Erzieherin Tina Kolb (links). Bild: rid
Lokales
Schwandorf
24.06.2015
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Neun der zehn Schwandorfer Kindergärten sind in "katholischer Hand", bei einem ist die Stadt der Träger. Nun sollen die Eltern ein Alternativangebot bekommen.

Im März gründeten elf Personen den Verein "Waldkindergarten Schwanenkinder e.V." mit dem Ziel, Mädchen und Buben ab zweieinhalb Jahren weitgehend in freier Natur zu betreuen. Bis es soweit ist, hat der Verein aber noch einige Hürden zu nehmen. Im Landkreis gibt es noch keine vergleichbare Einrichtung. Die Idee für den Waldkindergarten kam von Veronika Peters. Die Erlebnisbäuerin und Hauswirtschaftsmeisterin aus dem Stadtteil Richt nennt die Vorteile: "Ein Waldkindergarten fördert die Naturverbundenheit, die Wahrnehmungsfähigkeit und die Kreativität der Kinder und stärkt ihr Umweltbewusstsein".

Der Verein besteht derzeit aus 13 Mitgliedern. Was noch fehlt, sind ausreichend Kinder. Bislang haben erst vier Eltern Interesse bekundet. Mindestens 15 Kinder aber sollten es sein. Deshalb muss Vorsitzende Veronika Peters die Eröffnung auf Frühjahr 2016 verschieben. Eigentlich sollte es schon im September losgehen. Da will der Träger zunächst mit einer Spielgruppe beginnen, die sich einmal in der Woche nachmittags trifft und die nicht den strengen behördlichen Richtlinien unterliegt.

Veronika Peters kennt die Auflagen des Jugendamtes. Wer die Betriebserlaubnis bekommen will, muss qualifiziertes Personal vorhalten, den Personalschlüssel erfüllen, die hygienischen Voraussetzungen schaffen und Ausweichmöglichkeiten anbieten. Erst dann fördern Staat und Kommune die Einrichtung und schaffen die finanziellen Voraussetzungen. Die Vereinsvorsitzende hat das alles bedacht.

Ein Tag im Freien

Wenn es soweit ist, treffen sich die Kinder am "Bringplatz" in der Grünwaldstraße gegenüber dem alten Bahnhäusl und verbringen den ganzen Tag im Freien. Ein Kompostklo und Wasser aus Kanistern erfüllen die hygienischen Voraussetzungen. In einem Bauwagen finden Kinder und Personal bei kritischen Wetterlagen kurzfristig Unterschlupf. Herrscht dauerhaft schlechtes Wetter, verbringt die Gruppe den Tag in der Spielscheune auf dem Brunner-Hof in Richt. Der Waldkindergarten wird von 7.30 bis 14 Uhr geöffnet sein und die üblichen Schließtage haben. Heute um 19.30 Uhr treffen sich die Vereinsmitglieder im Hofladen Brunner in der Adalbert-Brunner-Straße 31 zu einem Infoabend, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Telefonisch ist Veronika Peters unter der Nummer 09431/8604 oder 0152/31746977 zu erreichen.

Unter den Gründungsmitgliedern befinden sich auch Erzieherinnen aus dem Landkreis. Zu ihnen gehört Juliane Penstetter, die seit gut einem Jahr den Waldkindergarten "Einkreut" im Landkreis Landshut leitet. Sie hat vorher in kirchlichen und städtischen Einrichtungen gearbeitet und weiß, "dass die Kinder in einem Waldkindergarten eine andere Einstellung zu Natur und Tieren bekommen".

Besuch auf dem Bauernhof

Wie kurzweilig und lehrreich der Aufenthalt auf einem Bauernhof für die Kinder sein kann, zeigte der Besuch von 40 Buben und Mädchen des Louise-Josefine-Haas-Kindergartens Burglengenfeld. Die Gruppe war auf Einladung des Bayerischen Bauernverbandes zum Brunner-Hof gekommen, durfte die Hühner füttern, den Schweinen zuschauen und die "Zootiere" streicheln.
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