Klärschlamm im Paket entsorgen

Die Klärschlammproblematik will der Großteil der Landkreisgemeinden interkommunal lösen. Bild: Götz
Lokales
Schwandorf
29.10.2014
0
0

27 von 33 Kommunen sitzen inzwischen im Boot, das Fahrt in Richtung "interkommunale Klärschlammentsorgung" aufnimmt. Nächstes Ziel ist nun, den Zusammenschluss in eine entsprechende Rechtsform zu gießen und die Weichen für den Bau der Trocknungsanlage zu stellen.

(cv) Triebfeder der Idee sind das Regionalmanagement am Landratsamt Schwandorf und ein Bürgermeister-Trio: Georg Butz, Alois Böhm und Manfred Rodde. Das Thema Klärschlamm beschäftigt alle Landkreiskommunen. Zum einen droht bekanntlich von der Europäischen Union eine Verschärfung der Grenzwerte, da möchte man sich wappnen. Zum anderen ist Klärschlamm schwer abzusetzen. Landwirte, die Vertragsanbau betreiben, haben genaue Vorschriften, was sie an Düngung ausbringen dürfen. Laut Bürgermeister Butz landet der Klärschlamm dann oft nach langen Transportwegen auf Rekultivierungsflächen im Osten Deutschlands.

Beispiel Straubing

Um die Situation zu verbessern, wurde eine gemeinsame Marschroute der Kommunen ins Auge gefasst: die Gründung eines Zweckverbandes mit einer gemeinsamen Trocknungsanlage. Die Kommunen wurden nach Interesse und Mengenbedarf befragt, eine Satzung ausgearbeitet, eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben und eine Referenzanlage in Straubing besichtigt. Zur Seite steht dem Regionalmanagement das Büro U.T.E Ingenieure aus Regensburg. Im Februar verordneten sich die Initiatoren eine Pause. Laut Butz wollte man das Thema nicht in den Kommunalwahlkampf tragen. Dann wurde wieder Anlauf genommen, die Machbarkeitstudie vorgestellt.

Der Großteil der 33 Landkreiskommunen hatte das geplante Projekt mittlerweile in seinen Sitzungen auf der Tagesordnung. Inzwischen beschlossen 27 Kommunen, dem noch zu gründenden Zweckverband beizutreten, so Regionalmanagerin Tina Breitenbach. In Nabburg und Guteneck befassen sich der Stadt- beziehungsweise Gemeinderat in ihren nächsten Sitzungen damit. Nicht mit im Boot sind Burglengenfeld und die Verwaltungsgemeinschaft Schönsee mit Stadlern und Weiding.

Wenn der Förderantrag bei der Regierung der Oberpfalz gestellt und der vorzeitige Maßnahmenbeginn erteilt ist, kann das Ganze in eine entsprechende Rechtsform - wohl einen Zweckverband - münden. Laut Georg Butz ist vorgesehen, ihn noch vor Weihnachten aus der Taufe zu heben. Dann könnte der Bau im nächsten Jahr ausgeschrieben werden.

Butz sieht den Vorteil zum einen in der besseren Wirtschaftlichkeit, aber auch in der Co2-Einsparung, würden doch lange Transportwege vermieden. Drei Millionen Euro stehen überschlägig für die Anlage im Raum. Die Trocknung auf dem ZMS-Gelände bezeichnet Tina Breitenbach dabei als "Win-Win-Situation".

"Nichts verbaut"

Die Phosphatrückgewinnung habe man in den Überlegungen auch thematisiert, nimmt Butz auf einen entsprechenden Antrag von Kreisrat Rudi Sommer Bezug (wir berichteten), der sich gegen eine Verbrennung des Klärschlamms im Burglengenfelder Zementwerk ausspricht. Butz führt unterschiedliche Modelle ins Feld, wie mit dem Material nach der Behandlung im ZMS weiter verfahren werden könne. Mit der Errichtung einer Trocknungsanlage "haben wir "nichts verbaut".
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2014 (9309)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.