Klarheit im Dschungel

Stellvertretender Hauptgeschäftsführer Jürgen Kilger, Rechtsberater Reinhard Gaber, Hans Wirth von der Berufsgenossenschaft "BAU", Vizepräsident Albert Vetterl und Bereichsleiter "Aus- und Weiterbildung", Wolfgang Reif, (von links) mahnen die Unternehmen, den Arbeitsschutz ernst zu nehmen. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
22.01.2015
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Arbeitsschutz ist im Handwerk ein wichtiges Thema, das belegen Zahlen. Die Kammer hat der Angelegenheit am Montag einen Vortragsabend gewidmet und erinnerte die Unternehmer an ihre Verantwortung. Auch in deren Interesse.

"Über eine Million Arbeitsunfälle passieren in Deutschland pro Jahr, über ein Drittel davon im Handwerk", betonte Albert Vetterl, Vizepräsident der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, die Dringlichkeit des Arbeitsschutzes. Er eröffnete am Montag im Schulungszentrum Charlottenhof die Veranstaltungsreihe "Betriebsführung aktuell 2015" mit dem Thema "Arbeitssicherheit im Handwerk - wie schütze ich meinen Betrieb und meine Mitarbeiter".

Hohe Strafen

Wenn ein Unternehmer auf die Sicherheit seiner Mitarbeiter achte, dann bewahre er nicht nur seine Beschäftigten vor körperlichem Unheil, sondern auch seinen Betrieb vor wirtschaftlichem Schaden, so Albert Vetterl. Klarheit in den "Vorschriftendschungel" brachte Reinhard Gaber, der bei der Kammer als Arbeits- und Sozialrechtsberater tätig ist. "Der Gesetzgeber nennt den Unternehmer als ersten Verantwortlichen für den Arbeitsschutz", stellte er klar. Dieser müsse die erforderlichen Maßnahmen zur Verhütung von Unfällen treffen, sie regelmäßig überprüfen und gegebenenfalls ändern.

"Verstöße gegen die arbeitsrechtlichen Pflichten können weitreichend sein", erklärte der Referent. Bei einer Missachtung von Vorschriften könne "schnell ein vierstelliger Betrag an Strafe" fällig werden. Handle ein Mitarbeiter vorsätzlich, habe der Arbeitgeber das Recht auf Abmahnung bis hin zur Kündigung, machte Reinhard Gaber deutlich. Bei einem Unfall werde zuerst die mögliche Schuld des Unternehmers geprüft, sagte Hans Wirth, stellvertretender Leiter "Prävention" bei der Berufsgenossenschaft "BAU". Seit 1996 fordere der Gesetzgeber von jedem Unternehmer die Erstellung einer "Gefährdungsbeurteilung". Hans Wirth riet den Firmenchefs, bei der Entschärfung der Gefahrenquellen ihre Mitarbeiter zu Rate zu ziehen. Die meisten Unfälle kämen nicht im technischen Bereich vor, sondern passierten aus organisatorischen Gründen. "Jeder Unternehmer muss sich seiner Fürsorgepflicht bewusst sein", betonte Wolfgang Reif, Bereichsleiter "Aus- und Weiterbildung" bei der Handwerkskammer. Er müsse die Arbeitssicherheit vorleben und kontrollieren. Nach der Beurteilung seien Unterweisungen der Mitarbeiter, offizielle Betriebsanweisungen, Schutzausrüstungen und die Prüfung von Betriebsmitteln die wichtigsten nächsten Schritte.

Ersthelfer wichtig

Betriebsanweisungen, für die es Vorlagen im Internet gebe, müsse man auf betriebsindividuelle Verhältnisse anpassen. Ein Betrieb sollte Ersthelfer ausbilden lassen.
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