Klassenzimmer auf Parkplatz

Der zweite Erweiterungstrakt für das Berufliche Schulzentrum befindet sich im Rohbau (Bild). Unterdessen macht der Landkreis auf dem Schulgelände bald eine weitere Baustelle auf und errichtet andernorts drei Klassenzimmer für jugendliche Asylbewerber. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
13.11.2015
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Die Flüchtlingssituation erzeugt Platzbedarf an der Berufsschule. Der Landkreis muss deshalb das Raumprogramm für den Umbau ändern und außerhalb des Haupthauses drei Klassenzimmer in modularer Bauweise errichten. Dafür gehen Parkplätze verloren.

Auf der größten Hochbaustelle des Landkreises läuft der zweite Bauabschnitt. Nachdem der erste Erweiterungstrakt für die Berufliche Oberschule bereits seit rund einem Jahr in Betrieb ist, konzentriert sich das Augenmerk derzeit auf den zweiten Neubauteil. Der Rohbau liegt im Terminplan: In Kürze sollen die Notabdichtung auf das Dach gebracht und die Fenster eingebaut werden, um den Bau winterfest zu machen.

Reaktion auf aktuelle Lage

Für den nächsten Schritt des auf über 33 Millionen Euro veranschlagten Projektes sind die Anträge bereits bei der Regierung der Oberpfalz eingereicht. Die Sanierung des Hauptbaus und der Teilneubau des Verbindungsbaus kommen da an die Reihe. Dabei bedarf es kurzfristig einer Reaktion auf die vermehrte Ankunft von Asylbewerbern. Denn im Fachbereich JOA (Jugendliche ohne Ausbildungsplatz und berufsschulpflichtige Flüchtlinge) stieg die Schülerzahl innerhalb eines Jahres von 108 auf 192 an. Die Regierung der Oberpfalz erklärte sich inzwischen dazu bereit, anstelle der bisher für diesen Sektor eingeplanten drei Klassenzimmer neun zu fördern.

Durch eine kleine Umplanung im ersten Obergeschoss des Hauptbaus und die Nutzung von bisher so angelegten Ausweichräumen gelang es der Liegenschaftsverwaltung des Landkreises, im alten Bestand sechs kleiner ausfallende Zimmer unterzubringen. Doch weitere drei können nicht integriert werden - sie müssen extern entstehen.

Dazu bietet sich der westliche Rand des Schulgeländes an der Glätzlstraße an. Wo sich aktuell noch Lehrerparkplätze befinden, können in unmittelbarer Nähe zum Werkstättenbau diese drei Klassenzimmer geschaffen werden. Die modulare Bauweise ermöglicht es, die Maßnahme schnell und parallel zur Sanierung der Altsubstanz zu verwirklichen. Behelfsweise hat der Landkreis vorübergehend Räume bei Globus angemietet.

Zehn Jahre fest

Die Kosten für die Zusatzbauten belaufen sich auf etwa 330 000 Euro. Unter der Voraussetzung, dass die Räume mindestens zehn Jahre lang bestehen bleiben, stellte die Regierung einen Zuschuss in Aussicht. Der Fördersatz liegt bei 40 Prozent. Der Bauausschuss des Kreises folgte der Empfehlung aus der Liegenschaftsverwaltung und machte einstimmig den Weg für diesen Bau frei. Denn: Nur so kann der erkennbare Raumbedarf gedeckt werden - zumal noch nicht endgültig abzuschätzen ist, wie sich die weitere Entwicklung bei der Beschulung von Flüchtlingen darstellt.

Die wegfallenden Parkplätze stellen nach Angaben der Architektin Michaela Gottmeier aus dem Landratsamt kein Problem dar. Denn im nahe liegenden, sogenannten "Gleisdreieck" gebe es genügend verfügbare Kapazitäten.
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