"Knüller" lassen Bauern stöhnen

BBV-Geschäftsführer Josef Wittmann (links) und Landwirt Johann Hottner (rechts) protestieren gegen "Samstags-Kracher", "Wochenend-Knüller" und "Tiefpreisgarantie" bei Lebensmitteln. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
01.10.2015
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Josef Wittmann beklagt die Machtkonzentration der Lebensmittelketten. "Sie tragen ihren Preiskampf auf dem Rücken der Erzeuger aus", so der BBV-Geschäftsführer. Gleichzeitig kämpfen Bauern um ihre Existenz.

Samstags-Kracher, Wochenend-Knüller, Tiefpreisgarantie - der Lebensmitteleinzelhandel werde immer findiger, wenn es darum gehe, die Kunden in die Filialen zu locken, sagte er beim Treffen des Kreisvorstands am Donnerstag Mittag am "Hottner-Weiher" im Gewerbegebiet "Am Brunnfeld".

"Immer mehr Landwirte fühlen sich in ihrer Existenz bedroht", betonte Hans Wilhelm. Das Sorgentelefon des Bauernverbands läute immer öfter, so der Kreisobmann. Am anderen Ende der Leitung seien Landwirte, "die investiert haben, den Schuldendienst nicht mehr leisten können und sich in ihrer Existenz bedroht fühlen". Es gehe dabei nicht nur um die bäuerlichen Familienbetriebe, ergänzt Geschäftsführer Josef Wittmann, "sondern auch um Arbeitsplätze und Landschaftspflege".

Der Bayerische Bauernverband appelliert mit seiner Aktion "Schon wieder Preisdruck - so nicht!" an die Lebensmitteldiscounter, dem "ruinösen Preisverfall bei den Lebensmitteln" Einhalt zu gebieten und den Erzeugern die Existenzgrundlage zu sichern. Gemäß einem alten Sprichwort: "Hat der Bauer Geld, dann hat es die ganze Welt". Auch die politischen Entscheidungsträger nimmt der Verband ins Gebet und erwartet Initiativen zur Erschließung neuer Märkte und Ausgleichszahlungen für die Missernten in diesem Jahr.

Die Zukunft vieler bäuerlicher Betriebe stehe auf dem Spiel, warnt Josef Wittmann. Die Schweinehalter und Milchbauern hätten besonders unter dem Preisverfall zu leiden. Es sei nur noch eine Frage der Zeit, bis weitere Betriebe aufgeben, befürchtet der Kreisgeschäftsführer. Er sieht "die Landwirtschaft in unserer Region in höchster Gefahr".
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