Kontaktbörse für die Helfer

Rund 80 Ehrenamtliche und Vertreter von Institutionen trafen sich am Montag in der Gerhardingerschule, um ihre Angebote unter dem Dach des Rathauses zu koordinieren. Bild: Hösamer
Lokales
Schwandorf
10.12.2014
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Die Kreisstadt hat bislang 137 Flüchtlinge und Asylbewerber aufgenommen - mit Abstand die meisten im Landkreis. Viele Ehrenamtliche und professionelle Institutionen unterstützen die neuen Mitbürger. Zur Koordination der Angebote will das Rathaus mit einer Plattform beitragen.

Mitarbeiter von Organisationen wie Caritas, Werkhof, Arbeiterwohlfahrt oder den Kirchen führte eine Einladung von OB Andreas Feller in die Gerhardingerschule, dazu eine Vielzahl von Ehrenamtlichen, die ebenfalls das unterstützen, was unter dem Begriff "Integration" zusammengefasst werden kann. Die Idee dahinter erläuterte der OB vor den rund 80 Gästen: Eine Plattform auf der Homepage der Stadt, die schnellen Zugriff auf die Angebote bietet, die es bereits gibt. Die Arbeit haben Irene Duscher, Peter Habermeier und Andreas Schaumberger übernommen.

Bis zu 800 Menschen

Zuständig für Flüchtlinge und Asylsuchende bleibt das Landratsamt. Anita Plank, dort Amtsleiterin soziale Angelegenheiten, erläuterte die Zahlen. Derzeit sind rund 550 Flüchtlinge und Asylbewerber mit unterschiedlichem Status im Landkreis untergebracht. Unter ihnen sind 94 Kinder und Jugendliche (6 bis 16 Jahre). Möglicherweise werde die Gesamtzahl Zahl auf 600 bis 800 wachsen, sagte Plank. Prognosen sind laut Landrat Thomas Ebeling schwierig, das mache die Planung etwa an Schulen auch kompliziert. "Diese Menschen als Problem zu bezeichnen, widerstrebt mir aber", sagte Ebeling mit Blick auf die Aufgaben, die sein Amt zu erfüllen hat. Den vielen Helfern dankte er und sagte zu: "Was wir tun können, tun wir".

Unter der Moderation von NT-Redakteur Thomas Dobler stellte Thomas Elgass vom Schwandorfer Jugendtreff beispielhaft seine Angebote vor - vom Aufbau eines Schul- und Lotsenetzwerkes bis hin zur Betreuung von Kindern und Jugendlichen im Treff. Clement Hoffer und der Jugendbeirat haben Patenschaften im Blick: "Die Flüchtlinge und Asylbewerber sind und werden Teil der Schwandorfer Jugend sein".

Besonders gut betreute Flüchtlingsfamilien leben derzeit in Fronberg, und das ist ein Verdienst der Familie Nowak und des Teams um Gemeindereferent Markus Seefeld. Cilly und Wolfgang Nowak haben einfach angepackt, als Not am Mann war - und pragmatisch einige Probleme gelöst. Die größten Schwierigkeiten bereitet die Sprachbarriere. Das war vor allem von den Leitern der Grundschulen zu hören. Die VHS bietet Kurse an, erläuterte Barbara Genzken-Schindler, auch mit Dolmetschern kann sie eventuell aushelfen. Ein Einstieg ins Arbeitsleben ohne Deutschkenntnisse ist praktisch unmöglich, erläuterten Vertreter der Arbeitsagentur. Oder die Flüchtlinge werden "unter Wert" beschäftigt.

Oft sind es Kleinigkeiten wie fehlende Transportmöglichkeiten, die den Ehrenamtlichen Schwierigkeiten bereiten, wie Petko Tschirpanliew beschrieb. Er ist Komtur des Ritterordens des Tempels zu Jerusalem und unter anderem für eine Kleiderkammer verantwortlich. Von der Vielzahl der Hilfsangebote war wohl jeder der Anwesenden überrascht, es wurden auch fleißig Adressen ausgetauscht,. Hier setzt auch die Internet-Plattform des Rathauses an. Ein Problem sprach Uschi Maxim vom Jugendmigrationsdienst der Katholischen Jugendfürsorge an: Auch wenn der Kreistag die Mittel für Sozialarbeit an Flüchtlingen und Asylbewerbern gerade aufgestockt hat - den Ehrenamtlichen stehen zu wenige "professionelle" Unterstützer zur Seite. Es brauche mehr Koordination, auch Supervision. Versicherungsfragen sind zu klären, und in schwierigen Fällen bräuchten die Helfer bei allem Engagement eben auch professionelle Hilfe. Das wäre aber Sache des Staates. "Man darf das Ehrenamt nicht überlasten", sagte Maxim.

Ansprechpartner

Aufgabe der Arbeitsgruppe "Flucht und Asyl" im Rathaus wird es nach der gelungenen Veranstaltung sein, alle Informationen und Kontakte zu bündeln. Dies wird in Kürze auf der städtischen Homepage unter www.schwandorf.de geschehen und jeder Interessierte kann auf die Angaben zugreifen. Unter der zentralen Rufnummer 09431 45-500 (E-Mail: asyl@schwandorf.de) wird die Arbeitsgruppe auch Tipps und Hilfestellung geben und an helfende Einrichtungen weiter vermitteln.
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