Kreisverband in der Flüchtlingsbetreuung zusätzlich gefordert - Reichtum soll Armen helfen
Die Kirche braucht eine starke Caritas

Das neue Führungsgremium des Caritas-Kreisverbandes zeigt unser Foto: (von links) Hans Amann, Wolfgang Reiner, Ursula Glatzl, Johann Wutz, Hans Hottner, Hans Fischer, Petra Froschauer, OB Andreas Feller und Werner Heß, rechts der scheidende Beisitzer Franz Schenk. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
19.10.2015
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"Bei der Caritas kann man nicht von Armut sprechen", sagt Hans Hottner mit Blick auf die Bilanzsumme von über einer Million Euro. Der Schwandorfer Steuerberater und Vorsitzende des Caritasrates widersprach damit dem Vorsitzenden des Kreisverbandes. Dekan Hans Amann modifizierte daraufhin seine zuvor gemachte Aussage und betonte: "Dann wollen wir eben mit unserem Reichtum den Armen helfen".

Bedürftige kennt Caritas-Geschäftsführer Wolfgang Reiner genug. Momentan liegt der Schwerpunkt des katholischen Wohlfahrtsverbandes in der Flüchtlingsbetreuung. War dieser Bereich bislang mit einer "halben" Stelle besetzt, so beschäftigt die Caritas dafür mittlerweile zwei hauptamtliche Kräfte. Sie suchen die vier Gemeinschaftsunterkünfte im Landkreis auf, helfen den dort wohnenden 400 Asylbewerbern bei der Antragstellung und unterstützen sie bei der Zusammenführung der Familien. "Das dauert seine Zeit", betonte Geschäftsführer Wolfgang Reiner. Vor allem deshalb, "weil oft kein Dolmetscher zur Verfügung steht".

Vermögen aufgebaut

Der Caritas-Kreisverband betätigt sich ferner auf den Feldern der "offenen sozialen Altenarbeit", der "offenen Behindertenarbeit", der "Straffälligenhilfe", der "Erholungs- und Familienhilfe", der "Schwandorfer Tafel" und der "allgemeinen Sozialberatung". Diplom-Sozialpädagoge (FH) Stefan Bauer erinnerte an die Aktionen der "offenen Behindertenarbeit" und machte deutlich: "Wir sind ganz nah dran an den betroffenen Familien".

Als Vorsitzender des neu gegründeten Caritasrates gab Steuerberater Hans Hottner das Ergebnis der Wirtschaftsprüfung bekannt: "Es gab keinerlei Anlass zur Beanstandung". Der Kreisverband verfügt über ein Vermögen von einer Million Euro, erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 598 000 Euro und wies am Ende einen Gewinn von 19 300 Euro aus. Die Personalkosten für die 19 hauptamtlichen Mitarbeiter betrugen 380 000 Euro.

Höhere Beiträge

Die Teilnehmer an der Kreisversammlung beschlossen für die 400 Mitglieder des Kreisverbandes eine Beitragsanpassung. Der Jahresbeitrag beträgt für eine Einzelperson ab kommendem Jahr 12, für Familien 15 und für Jugendliche 6 Euro. Der Schwandorfer Dekan Hans Amann stellte sich als Kreisvorsitzender wieder zur Wahl und begründete sein Engagement mit den Worten: "Als Kirche brauchen wir eine starke Caritas". Die Nächstenliebe komme bei den drei Säulen "Liturgie,Verkündigung und Caritas" oft zu kurz.

Auch die stellvertretende Vorsitzende Ursula Glatzl (Burglengenfeld) ließ sich im Amt bestätigen. Weitere Mitglieder des Vorstandes sind Marianne Deml (Neunburg vorm Wald), Johann Wutz (Weidenthal), Thomas Senft (Schwandorf), Alexander Flierl (Oberviechtach) und Hans Fischer (Neunburg vorm Wald.). Dem Caritasrat gehören Hans Hottner, Petra Froschauer und Werner Heß (alle Schwandorf) an. Den scheidenden Beisitzer Franz Schenk verabschiedete Amann mit einem Geschenk.
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