Landgericht muss sich mit den Vorfällen bei einer Geburtstagsfeier am Steinberger See befassen ...
Prozess um Party-Prügelei geht in zweite Runde

Lokales
Schwandorf
23.05.2015
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Jetzt beginnt alles noch einmal von vorne: Nach einer Massenschlägerei am Steinberger See und einem Urteil, das vom Schwandorfer Amtsgericht vor wenigen Tagen gegen einen der Angeklagten verhängt worden war, ist die Staatsanwaltschaft Amberg in Berufung gegangen.

Der Fall war spektakulär. Er hatte vier Verhandlungstage lang die Strafrichterin Petra Froschauer beschäftigt. Sie vernahm dabei mehrere Dutzend Zeugen. Auf der Anklagebank saßen zwei 34 und 32 Jahre alte Männer aus Schwandorf. Sie hatten sich uneingeladen zu einer Geburtstagsfeier am Steinberger See begeben und waren dort nach Ansicht der Richterin "wie Berserker einmarschiert." Der Grund: Einer der Partygäste hatte sie per Handy um Hilfe gebeten, als ihm von einem Mann grundlos ein Kieferbruch beigebracht worden war. Das sollte wohl in massiver Form gerächt werden. Im Prozess stellte sich heraus: Nur der 34-Jährige hatte zugeschlagen. Sein Begleiter blieb im Hinblick auf die Anwendung körperlicher Gewalt eher passiv. Gegen ihn wurde das Verfahren kurz vor Verhandlungsende gegen eine Geldauflage von 1800 Euro eingestellt. Der zweite Beschuldigte wurde wegen mehrfacher Körperverletzung verurteilt.

Allerdings nicht zu einem zwölfmonatigen Freiheitsentzug mit Bewährung, wie ihn die Staatsanwaltschaft gefordert hatte. Der Mann, bis dahin ungeahndet, bekam eine Geldstrafe in Höhe von 4250 Euro. Dieses Urteil ist mit dem Rechtsmittel der Berufung von der Anklagebehörde angefochten worden. Das bedeutet: Eine Strafkammer des Amberger Landgerichts muss das Verfahren neu aufrollen. Im Gegensatz zu einer Revision, die zu Obergerichten ausführlich begründet werden muss, kann eine Berufung zum Landgericht ohne nähere Ausführungen erfolgen. Dies gilt für die Staatsanwaltschaft genauso wie für Angeklagte. Die beiden Störer der Geburtstagsfeier waren plötzlich in die Rolle der Gejagten geraten. Partygäste hatten sich zusammengerottet und zur Verfolgung der Männer angesetzt. Während sich der später zu einer Geldstrafe verurteilte 34-Jährige auf der Flucht buchstäblich im letzten Augenblick in den Kofferraum eines Wagens retten konnte, erlitt sein Begleiter durch massive Hiebe und Tritte lebensgefährliche Verletzungen. An den Brüchen zahlreicher Schädelknochen leidet er bis heute.
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