Landkreis "ein Leuchtturm"

Wolfgang Schmitt, Leitender Regierungsdirektor bei der Regierung der Oberpfalz. Bilder: rid (2)
Lokales
Schwandorf
28.10.2015
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Noch haben Stadt und Landkreis Schwandorf das Flüchtlingsproblem im Griff. 1526 Asylbewerber verteilen sich aktuell auf vier Gemeinschaftsunterkünfte und 126 dezentrale Standorte. Bis Ende des Jahres wird der Landkreis 1730 Plätze brauchen.

Über die Unterbringung macht sich Landrat Thomas Ebeling keine Sorgen. Er fragt sich vielmehr: "Werden wird das Personal für die Integration haben?" Unter dem Motto "Deutschland ist bunt - willkommen in Deutschland" diskutierten am Montag in der Spitalkirche Bürger mit Experten.

Nur mit den Bürgern

Martin Neumeyer, Integrationsbeauftragter der bayerischen Staatsregierung, ist sich bewusst: "Ohne Mithilfe der Bürger werde wir die Integration nicht schaffen". Der CSU-Landtagsabgeordnete aus Kelheim weiß um die Sorge der Menschen, "die eine gerechtere Verteilung der Asylbewerber wünschen und Angst vor religiöser Überfremdung haben". Sprachunterricht allein werde nicht ausreichen, um die Leute zu integrieren, ist Martin Neumeyer überzeugt. "Wir müssen sie vielmehr bilden, auch mit niederschwelligen Angeboten".

Wolfgang Schmitt, Leitender Regierungsdirektor bei der Regierung der Oberpfalz, sieht im Landkreis "einen Leuchtturm" bei der Betreuung der Asylbewerber. Er nannte konkrete Zahlen, entsprechend der Verteilung nach dem Königsteiner Schlüssel. Demnach wird Bayern bis Ende des Jahres 153 000, die Oberpfalz 13 500 und der Landkreis Schwandorf 1730 Flüchtlinge aufnehmen. Was den Regierungsbeamten bewegt: "Wir wissen nicht, was im nächsten Jahr auf uns zukommt." Wenn der Flüchtlingsstrom so weiter gehe, "wird uns das an die Belastungsgrenze bringen".

In der Stadt Schwandorf sind derzeit 352 Asylbewerber dezentral und 60 in der Gemeinschaftsunterkunft Dachelhofen untergebracht. Hinzu kommen 60 unbegleitete Jugendliche im Haus des Guten Hirten in Ettmannsdorf und bei den Dr.-Loew'schen-Einrichtungen. Oberbürgermeister Andreas Feller kündigte in Kürze die Fertigstellung der Gemeinschaftsunterkunft in den Hallen der Firma Meiller im Stadtsüden an. Dort können bis zu 500 Leute vorübergehend unterkommen. Darunter auch die Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft in Wackersdorf, die dann aufgelöst wird. An der Veranstaltung der Volkshochschule nahmen Bürgermeister, Sprachpaten, ehrenamtliche Helfer, Vertreter der Nachbarschaftshilfen und Schulleiter teil. Erhard Seiler sieht in der Völkerwanderung eine "heilsame Wirkung" für die reichen Industrieländer. "Wir leben in einer Welt und müssen unseren Wohlstand teilen", so der VHS-Geschäftsführer. Aus Gründen der Ethik und der Vernunft.

Die Verteilung

Der Oberviechtacher Bürgermeister Heinz Weigl wünscht sich eine gerechtere Verteilung der Flüchtlinge. Nur 15 der 33 Kommunen im Landkreis seien derzeit betroffen. Landrat Thomas Ebeling dazu: "Wir haben die kleineren Gemeinden bisher noch verschont, das wird sich aber ändern". Wolfgang Bauer aus Penting sieht in der Flüchtlingsbewegung "einen Fluch der bösen Tat". Europa habe die Länder ausgebeutet und mit Waffen beliefert. "Deutsche Panzer vertreiben nun die Menschen aus ihrer Heimat". Sein Vorschlag: "Die totalitären Regime austrocknen und den Menschen beim Wiederaufbau des Landes helfen". Der CSU-Politiker Martin Neumeyer musste eingestehen: "Wir haben Afrika in den letzten Jahren einfach vergessen".
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