Landkreis hält an der Verbrennung im Zementwerk fest - Antrag der Grünen abgelehnt
Klärschlamm in den Ofen

Die Trocknung (Bild) und anschließende Verbrennung des Klärschlamms im Burglengenfelder Zementwerk verfolgt der "Zweckverband Thermische Klärschlammverwertung Schwandorf". Von den 33 kreisangehörigen Kommunen sprachen sich nur drei gegen einen Beitritt aus. Archiv-Bild: Hartl
Lokales
Schwandorf
20.12.2014
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Ab 2015 gelten für Klärschlämme neue Grenzwerte und neue Hygiene-Anforderungen, eine Ausbringung auf den Feldern soll möglichst unterbleiben. Der Landkreis setzt auf ein neues Konzept: Über einen Zweckverband, dem bisher 30 der 33 Kommunen beitreten möchten, soll der Schlamm zentral getrocknet und anschließend im Burglengenfelder Zementwerk verbrannt werden. Daran änderte auch ein Antrag der Grünen nichts.

Ihnen war es darum gegangen, die Vernichtung von Rohstoffen zu verhindern. Denn nach einer thermischen Verwertung wäre es nicht mehr möglich, den Mineralstoff Phosphor zurückzugewinnen.

Die CSU empfand es als das falsche Signal, die Verbrennung schlecht zu reden. Denn bisher gebe es noch kein technisch anwendbares Verfahren, den Phosphor aus dem getrockneten Material zu recyceln.

Die SPD stimmte dem Anliegen der Grünen schon zu, wenngleich sie nicht grundsätzlich gegen eine thermische Verwertung sein wollte. Gegenüber dem Zementwerk würde sie allerdings Monoverbrennungsanlagen bevorzugen, die im Bereich der Rauchgasreinigung speziell auf die Schadstoffe im Klärschlamm ausgelegt werden könnten.

Landrat Thomas Ebeling sah in dem vorgeschlagenen Konzept keine Verhinderung der Phosphor-Rückgewinnung. Der Zweckverband bleibe für technische Neuerungen aufgeschlossen und werde sicher reagieren, sobald ein neues Verfahren einsatztauglich auf dem Markt ist. In einer Machbarkeitsstudie zur landkreisweiten Koordination der Klärschlammbehandlung war bereits 2011 darauf verwiesen worden, dass der Einsatz einer mobilen Phosphat-Rückgewinnungsanlage überlegenswert wäre. Jedoch befänden sich alle derzeitigen Verfahren noch im Entwicklungsstadium.

Der Kreistag lehnte es schließlich ab, "nein" zur Verbrennung in Burglengenfeld zu sagen. Der Grünen-Antrag scheiterte mit 15:38-Stimmen.
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