Landkreis Regensburg will Lappersdorf stärken - Nittenau und Burglengenfeld als Verlierer
Tauziehen unter Gymnasien

Das Gymnasium in Nittenau (Bild) leidet genauso wie das Burglengenfelder darunter, dass die Schule in Lappersdorf immer mehr aufblüht und nun auch noch weiter ausgebaut werden soll. Dabei kollidieren die Interessen der beiden Nachbarlandkreise Schwandorf und Regensburg. Bild: Mayer
Lokales
Schwandorf
18.12.2014
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In Nittenau und Burglengenfeld wächst die Sorge. Denn die Schülerzahlen an den beiden Gymnasien sinken seit zwei Jahren. Und jetzt plant der Landkreis Regensburg, sein neues Gymnasium in Lappersdorf weiter auszubauen und damit den zwei Schulstandorten im Schwandorfer Landkreis-Süden noch mehr Konkurrenz zu machen.

Etwa ein Drittel der Burglengenfelder und Nittenauer Gymnasiasten kam in der Vergangenheit aus dem nördlichen Landkreis Regensburg. Das Johann-Michael-Fischer-Gymnasium fand großen Zuspruch in Regenstauf und Umgebung, das Regental-Gymnasium erfreute sich in und um Wenzenbach und Bernhardswald großer Beliebtheit. Doch mit dem Schuljahr 2012/13 kam eine Zäsur. Der Kreis Regensburg eröffnete sein neues Gymnasium in Lappersdorf und zog dort aus seinem Gebiet auch Kinder und Jugendliche an, die bislang als Gastschüler in den Kreis Schwandorf pendelten. Das hatte zur Folge, dass die Schülerzahlen in Burglengenfeld und Nittenau um bis zu 20 Prozent zurückgingen.

Lappersdorf startete zunächst dreizügig, ist aber mittlerweile voll belegt. Deshalb denkt der Landkreis als Träger jetzt konkret an einen Ausbau, damit es in der fünften Jahrgangsstufe bald vierzügig starten kann. Diese Maßnahme käme dann gegen den erklärten Willen des Landkreises Schwandorf. Auch die Stadt Regensburg brachte Bedenken vor, weil ihre Gymnasien unter den Landkreis-Plänen ebenfalls leiden können.

Im Vorgriff auf Gutachten

Deshalb hatten die drei Gebietskörperschaften zunächst vereinbart, erst einmal ein Gutachten bei einem Geografen-Büro aus Baden-Württemberg einzuholen. Kommunaldaten, Verkehrsverbindungen, Bauland und Pendlerströme sollten da zum Beispiel unter die Lupe genommen werden, um die weitere Schülerentwicklung zu prognostizieren. Diese Expertise befindet sich seit Februar in Arbeit und liegt nun in einem Grobentwurf vor.

Ihre letztgültigen Aussagen wartete der Regensburger Kreistag erst gar nicht mehr ab und traf eine Vorentscheidung. Er beschloss vor wenigen Tagen, die Mittel für den Ausbau des Gymnasiums Lappersdorf in den Etat 2015 einzustellen und alle möglichen vorbereitenden Maßnahmen zu ergreifen, damit ein Baubeschluss rasch gefasst werden kann, sobald das Gutachten verfügbar ist.

Landrat Thomas Ebeling (CSU) informierte in dieser Woche den Kreistag darüber, dass er bereits Kontakt mit seiner Regensburger Kollegin Tanja Schweiger (FW) aufgenommen hat. In einem Telefonat habe er sich dagegen gewandt, vollendete Tatsachen zu schaffen, bevor das gemeinsam in Auftrag gegebene Gutachten ausgewertet werden kann. Schweiger stammt aus der Gemeinde Pettendorf, die wie Lappersdorf im Norden des Landkreises Regensburg liegt.

Laut Ebeling sehe es im Moment so aus, "dass wir mit unseren Argumenten nicht durchdringen werden". Er kündigte jedoch an, im Sinne von Burglengenfeld und Nittenau weiter am Ball zu bleiben, um einem weiteren Absinken der dortigen Schülerzahlen entgegenzusteuern.
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