Landratsamt disponiert Hilfen nach dem Sturm - 100 Feuerwehren rücken aus
Premiere für neue Einsatzzentrale

In Nittenau blieb ein stürzender Baum in der Stromleitung hängen. Vom Drehleiter-Korb der Feuerwehr aus wurde er vorsichtig "eingekürzt". Glücklicherweise hielt die Leitung. Bild: Mayer
Lokales
Schwandorf
02.04.2015
2
0
(am/my) Die neue Kreiseinsatzzentrale bestand ihre Feuertaufe. Sie koordinierte am Dienstag zwischen 15 und 20 Uhr vom Landratsamt aus die Beseitigung von Sturmschäden im Landkreis. Dabei nahm sie die Funktion eines "Überlaufventils" für die Integrierte Leitstelle in Amberg wahr.

Der Landkreis muss zwar per Gesetz keine eigene Einsatzzentrale haben, doch er hat sie auf freiwilliger Basis eingerichtet. Sie ist dann gefragt, wenn die Leitstelle in Amberg Unterstützung braucht, weil die eingehenden Notrufe überhand nehmen. Sie übernimmt da "nicht zeitkritische Ereignisse", bei denen keine Menschenleben direkt in Gefahr sind. So war es beim Sturmtief "Niklas": Die Kreiseinsatzzentrale koordinierte rund 30 Einsätze, um sie in direktem Kontakt mit den angeforderten Feuerwehren abzuarbeiten.

Die beiden Brand- und Katastrophenschutzbeauftragten des Kreises, Stefan Jahreiß und Thomas Holzwarth, durften dabei auf das Mitwirken von über zehn ehrenamtlichen Feuerwehrkräften bauen, die für solche Fälle geschult worden waren. Auch Kreisbrandrat Robert Heinfling fand sich im Landratsamt ein und sah, dass sich die Kreiseinsatzzentrale bei ihrer Premiere gleich bewährte. Sie war am Dienstag quasi ins kalte Wasser geworfen worden, weil es kaum möglich ist, ein solches Einsatzszenario exakt zu üben. Mit dem Ablauf zeigte sich Koordinator Stefan Jahreiß gerade auch deshalb sehr zufrieden.

Quer durch das Kreisgebiet kam es vor allem aufgrund umgeknickter Bäume immer wieder zu Alarmierungen von Hilfskräften. Etwa 100 der 160 Landkreis-Feuerwehren mussten wegen des Sturms ausrücken. Dadurch summierten sich an einem einzigen Tag rund 200 Einsätze, resümierte Feuerwehr-Sprecher Hans-Jürgen Schlosser.

Neben den Feuerwehren bescherte "Niklas" auch Polizei und Bayernwerk zusätzliche Arbeit. Stromausfälle waren im Raum Nittenau, Bruck und Bodenwöhr nur von kurzer Dauer. Das vom Sturm abgedeckte Trafohäuschen in Trumling bei Nittenau blieb ohne Konsequenzen. Zusätzlich zu umgestürzten Bäumen meldete die Neunburger Polizei einen relevanten Vorfall: Ein Kleintransporter wurde am Dienstag gegen 14.45 Uhr auf der Straße von Penting nach Egelsried von einer Sturmböe erfasst und nach rechts von der Fahrbahn geschleudert. Der angegurtete Fahrer blieb unverletzt. Der Sachschaden beläuft sich auf etwa 4000 Euro.

Insgesamt zwölf unwetterbedingte Einsätze registrierte die PI Nabburg in ihrer Bilanz, die sie am Mittwochvormittag zog. Es ereignete sich auch ein Verkehrsunfall, bei dem eine junge Frau in Schwarzenfeld leichte Verletzungen erlitt (Seite 32). In einer Bank in Nabburg war es vermutlich das nächtliche Gewitter, das zum Tageswechsel einen Fehlalarm auslöste.
Weitere Beiträge zu den Themen: April 2015 (8563)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.