Landwirte wollen Markterfordernisse und Tierwohl unter einen Hut bringen - Ehrungen bei der ...
Kühe sollen schön, leistungsstark und gesund sein

Die geehrten Rinderzüchter zeigt unser Foto mit den Ehrengästen: (von links) stellvertretender Landrat Jakob Scharf, Hermann Uschold, Behördenleiter Reinhold Witt, Vorsitzender Matthias Irlbacher, Zuchtleiter Dr. Thomas Nibler, Eva Bäuml, Michael Zimmermann, Fachberater Christoph Hauser, Georg Wendl und Andreas Müller. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
03.02.2015
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Das Ende der Quotenregelung und die fallenden Erzeugerpreise verunsichern die Milchbauern. Der Kreisvorsitzende der Rinderzuchtgenossenschaft, Matthias Irlbacher (Guteneck-Unteraich), rechnet in Zukunft mit höheren Schwankungen bei den Preisen und den Mengen. Bei der Jahresversammlung seiner Organisation im Tierzuchtzentrum erwartete er von der Politik "Entscheidungen zugunsten des ländlichen Raums".

Matthias Irlbacher kann sich des Eindrucks nicht erwehren, "dass den Politikern die Steigerung der Konzernexporte wichtiger ist als die Stärkung der regionalen Landwirtschaft". Die Züchter mahnte der Kreisvorsitzende zu "nachhaltigem Handeln". Nicht nur die Milchleistung dürfe entscheidend sein, so Irlbacher, der Landwirt müsse sich auch um die Gesundheit und die Langlebigkeit der Tiere sorgen. Mit der Fleckviehrasse seien die Züchter im Landkreis "auf dem richtigen Weg".

Zuchtleiter Dr. Thomas Nibler verdeutlichte mit seinen Daten den voranschreitenden Strukturwandel. Die Zahl der Milchviehbetriebe im Landkreis ging von 4396 im Jahre 1972 auf aktuell 1072 zurück. Die Anzahl der Kühe dagegen bleibe mit rund 27 000 seit Jahren konstant. Die Tiere konnten im Schnitt ihre Jahresmilchleistung erneut um 141 auf 7657 Liter steigern. "Der Landkreis hat sich im vergangenen Jahr im Oberpfalzvergleich überdurchschnittlich entwickelt", lobte der Dr. Thomas Nibler die Schwandorfer Züchter.

Paarsuche über "Opti-Bull"

Von den 2412 organisierten Rinderzüchtern in der Oberpfalz sind 274 (minus zwei) aus dem Landkreis Schwandorf. Ein Schwerpunkt war 2014 die Tierschau zum 110-jährigen Bestehen des Rinderzuchtverbandes Oberpfalz im Tierzuchtzentrum. Drei Kühe aus dem Landkreis waren vertreten und wurden ausgezeichnet. Diese Form der Öffentlichkeitsarbeit stellte Zuchtleiter Nibler besonders heraus und sagte: "Wir wollen dem Verbraucher zeigen, dass unsere Kühe nicht nur schön sind, sondern auch gute Leistungen bringen und dabei gesund und für alle vorzeigbar sind".

Die Bemühungen der Züchter um das Tierwohl fänden in der Öffentlichkeit zu wenig Anerkennung, glaubt Behördenleiter Reinhold Witt vom Amt für Landwirtschaft. Hier sieht er Aufklärungsbedarf. Viktoria Matthies, Anpaarungsberaterin beim Landeskuratorium der Erzeugerringe, stellte das Anpaarungsprogramm "Opti-Bull" vor, das "den besten Anpaarungsbullen für eine Kuh sucht".

Bei den Neuwahlen zum Beirat des Rinderzuchtverbandes Oberpfalz wurden Matthias Irlbacher aus Unteraich und Peter Scherr aus Dietersdorf in ihren Ämtern bestätigt.

Michael Zimmermann aus Pischdorf und Georg Bauer aus Rottendorf hatten im vergangenen Jahr die leistungsstärksten Tiere im Stall stehen. Für die höchste Lebensleistung einer Kuh (104 820 Liter) wurde Besitzer Hermann Uschold aus Rottendorf geehrt. Eine "Modellkuh" erhielten auch die erfolgreichsten Marktbeschicker Josef Wendl (Großvieh, Kemnath), Johann Müller (Köttlitz, Kälber) und Johann Kiener (Unterauerbach, Kälber). Über eine Sonderehrung "110 Jahre Rinderzuchtverband" durften sich Georg Bäuml (Schwandorf-Gögglbach), Josef Wendl (Kemnath) und Matthias Irlbacher (Unteraich) freuen.
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