Linderung durch Wohlgerüche

Apotheker Thomas Wittleben (stehend) sprach beim Hospizverein über die Aromatherapie. Bild: hfz
Lokales
Schwandorf
21.09.2015
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Schmerzen lindern, positive Erinnerungen ins Gedächtnis rufen - Düfte können in der palliativen Behandlung Lebensqualität schaffen. Bei einem Vortrag des Hospizvereins stand die Aromatherapie im Blickpunkt.

Apotheker Thomas Wittleben aus Schwarzenfeld referierte im Seminarraum des Hospizvereins Schwandorf zum Thema "Düfte und Gerüche - nicht nur für die Körperpflege, auch für jede Lebenslage".

Vielseitig anwendbar

Das Eukalyptusbad zur Erkältungszeit, Duftöl für ein angenehmes Raumklima, das Lieblingsparfüm: Viele nutzten ihren Geruchssinn bereits für ein gutes Gefühl. Dass Aromatherapie auch bei physischen und psychischen Erkrankungen helfen kann, stellte Wittleben in seinem Vortrag heraus.

Nach einer Einführung in die Grundlagen der Aromatherapie machte er einen Streifzug durch die vielseitigen Anwendungsbereiche. Die Aromapflege findet vor allem in der Hautpflege und Massage ihren Einsatz, speziell in der Therapie von Beschwerden an Muskeln und Gelenken oder Verdauungsproblemen. Wittleben erklärte unter anderem die Anwendung von Wickeln, die mit erstaunlich großem Erfolg im häuslichen und klinischen Alltag eingesetzt werden könnten.

Positive Erinnerungen

In der palliativen Sterbebegleitung sollten Düfte verwendet werden, mit denen der Patient positive Erinnerungen verbinde. In dieser sensiblen Phase sollte der Duft auf jeden Fall "ausprobiert" werden und die Dosierung nicht über einem Prozent liegen. In der Regel diene die Aromatherapie hier um Stress zu lindern, Schlafprobleme oder depressive Verstimmungen zu verringern und das Immunsystem zu stärken, so der Referent. Duftrichtungen wie Weihrauch, Bergamotte oder Niaouli fänden hier oft Anwendung.

Wittleben betonte die beispielhafte langjährige Anwendung im Krankenhaus Neuperlach, wo er selbst in zahlreichen Schulungen wertvolles Wissen erworben habe. Selbst Krankenhauskeime wurden erfolgreich behandelt. Ebenso berichtete er von interessanten Fällen im Wachkoma-Bereich. Durch Düfte und Aromen konnten tatsächlich einige Patienten wieder erreicht werden. Deshalb funktioniere die Aromatherapie auch besonders gut bei Alzheimer-Patienten, bei extrem agitierten Menschen und allgemein bei dem Personenkreis, der keine Reaktionen mehr zeige.

Querverweis auf Bibel

Wittlebens Vortrag streifte auch die heilsamen Anwendung von Düften und Ölen in der Bibel, woraus er interessante Stellen zitierte. Parallel zum anschaulich gestalteten Vortrag wurden den Teilnehmern durch PTA Marina Norgauer einzelne Düfte zum Testen gereicht. Wichtig zu wissen: Die Dosis macht bekanntlich das Gift. Die Anwendung von Düften bedarf einer gewissen Vorsicht und der Beratung im Fachgeschäft.

Gisela Pöhler, zweite Vorsitzende des Hospizvereins Stadt und Landkreis Schwandorf, freute sich, dass so viele Besucher der Einladung gefolgt waren und bedankte sich abschließend beim Referenten für die vielen Tipps für den Alltag und die umfassenden, fachkundigen Informationen zur palliativen Behandlung.
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