Loses Rad mit fatalen Folgen

Die Zugmaschine eines Holztransporters (Mitte) bohrte sich in die Lücke zwischen zwei Lastwagen, die wegen eines weiteren Unfalls scharf abgebremst hatten. Der Beifahrer in der Zugmaschine wurde sehr schwer verletzt und musste mit dem Rettungshubschrauber nach Regensburg geflogen werden. Dort erlag er am frühen Mittwochabend seinen Verletzungen. Sein Kollege am Steuer kam mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus. Bilder: bk-media (3)
Lokales
Schwandorf
29.01.2015
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Ein verlorenes Rad löste am Mittwoch einen Lkw-Unfall mit tödlichen Folgen auf der Autobahn A 93 aus. Drei Menschen wurden verletzt, ein 22-Jähriger so schwer, dass er am Abend seinen Verletzungen erlag. Er war Beifahrer in einer Zugmaschine, die sich in die Lücke zwischen zwei stehende Brummis bohrte.

Ob Materialermüdung, Schlamperei oder ein anderer Fehler: Was genau der Grund dafür war, dass sich das Hinterrad von einem Lastwagen aus Tschechien löste, werden Gutachter klären. Das lose Rad wurde jedenfalls zum Auslöser eines schweren Verkehrsunfalles, der am Mittwoch auf der A 93 einen Toten und zwei Schwerverletzte forderte. Der Schaden liegt nach Schätzungen der Autobahnpolizei bei mindestens einer halben Million Euro. Der tschechische Lkw war gegen 6.30 Uhr kurz nach der Anschlussstelle Schwandorf-Mitte Richtung Regensburg unterwegs, als sich das Rad löste und auf der Fahrbahn liegen blieb. Drei Autos rammten den Reifen, blieben beschädigt liegen. Jetzt folgte eine fatale Kettenreaktion. Der Fahrer eines nachfolgenden Sattelzuges mit Kühlauflieger und ein Kastenwagen konnten vor den beschädigten Autos noch bremsen. Zwischen den Lkw blieb eine schmale Lücke. Ein weiterer Sattelzug, der mit Holzbalken beladen war, konnte nicht mehr rechtzeitig anhalten.

In die Lücke gebohrt

Die Zugmaschine des Lkw bohrte sich in die Lücke, die zwischen den stehenden Lastwagen geblieben war und wurde regelrecht eingequetscht. Der 22-jährige Beifahrer des Holztransporters zog sich schwerste Verletzungen zu, auch der Fahrer wurde verletzt. Schließlich näherte sich noch ein Gefahrguttransporter, der Schwefelsäure geladen hatte. Dessen Fahrer konnte noch ausweichen und fuhr in das Bankett. Ein weiterer Pritschenwagen prallte auf den Tanklaster. Der Tank blieb unbeschädigt.

Drei Wehren im Einsatz

Die Feuerwehren aus Wackersdorf, Schwandorf und Schwarzenfeld eilten zur Unfallstelle. Sie befreiten die beiden Insassen des Holztransporters, die im demolierten Führerhaus eingeklemmt waren. 80 Feuerwehrleute waren im Einsatz, den der Wackersdorfer Kommandant Josef Kehl leitete. Ärzte und Sanitäter kümmerten sich um die Verletzten, zu denen auch der Fahrer des Kühl-Lastwagens gehörte. Der 22-Jährige aus dem Kreis Tirschenreuth wurde wegen der Schwere seiner Verletzungen mit dem Hubschrauber in ein Regensburger Krankenhaus geflogen. Dort erlag er laut Mittelung der Polizei am frühen Mittwochabend seinen Verletzungen. Die beiden weiteren Verletzten wurden mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht.

Die Autobahn Richtung Süden wurde bis 15 Uhr zwischen Schwandorf und Klardorf komplett gesperrt. Gutachter nahmen auf Anordnung der Staatsanwaltschaft die Unfallstelle und die beteiligten Fahrzeuge unter die Lupe, ehe am frühen Nachmittag mit schwerem Gerät die Bergung der Havaristen beginnen konnte. Im morgendlichen Berufsverkehr hatte sich wegen des Unfalls ein langer Stau gebildet. Im Laufe des Vormittags beruhigte sich die Verkehrslage, die Umleitung funktionierte.
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