Mächtiger Sound zum Schluss

Die Big-Band und ihre Solisten setzten einen mitreißenden Schlusspunkt hinter die Kunz-Tage 2015. Bild: tie
Lokales
Schwandorf
16.06.2015
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Die diesjährigen Konrad-Max-Kunz-Tage endeten im Fronberger Sperlstadl mit einem Big-Band-Konzert. Begeisterte Besucher forderten am Ende Zugaben. Sie bekamen zwei Welthits.

Tonmächtig begann das erste Musikstück in allen Instrumenten zu klingen. Es heißt "Swing a ling ding" und gab der auftretenden Big- Band ihren Namen. Die Blasinstrumente spielten im Forte die klangvolle Melodie, das Keyboard produzierte Begleitakkorde, taktsicher gab der Schlagzeuger laut den Rhythmus. So wummig begann die letzte Veranstaltung der Konrad-Max-Kunz-Tage 2015 im vollen Sperl-Stadl.

Den Sound produzierten fünf Saxophone, vier Trompeten, ebenso viele Posaunen, ferner Gitarre, Keyboard, Bass und Schlagzeug. Ein Blues folgte: "Caledonia" ist schnell, verlässt sich auf eine durchlaufende Melodie, die von schmissigen Begleitakkorden gestützt wird. Alles brachte die Big-Band überzeugend zur Geltung. Auch "Miss Fine" gehörte in diese stetig fließende Kategorie.

Klangliche "Orkane"

Zwei Songs, einmal "A tisket a tasket", dann "Dream a little dream" sang die Solistin Andrea Künzl mit dunkler Stimme, die alle Anforderungen von Text und Musik in träumerischer Tongestaltung erfüllte. Der Sonderbeifall blieb nicht aus. "Frontburner" der Band begann verhalten, steigerte sich nach einem melodiösen Flötensolo eines Saxophonisten zum gemeinsamen Klangrausch aller Musiker und endete nach einem weiteren Solo von Flöte und Gitarre im gemeinsamen Rhythmus-Marsch zum Schlussakkord, der leise ertönte nach all den vorangegangenen klanglichen "Orkanen". Der Bandleader Dr. Siegfried Koller hatte die verschiedenen Klangwelten des Stücks so glasklar einstudiert, dass der Beifall vollkommen zu Recht riesig war.

Nach der ersten Pause sang Andrea Künzl mit gewohnt sonorer Stimme "Fever" und man glaubte ihr die innerliche Unruhe. "The Summerwind" blieb dagegen eine verhaltene Romanze mit weltberühmter Melodie und berückend darüber liegendem Gesang. "That's all" erschien daraufhin wie eine musikalische Quintessenz aus den bislang gehörten Nummern und zog mit ungebremster Vehemenz bis zur letzten Note vorüber.

Ganz anders, nämlich locker swingend, begann "Freckle Face", steigerte sich dann zu einem rhythmischen Klangfest. Den Kontrast dazu bildete "Sweet Georgia Brown", was Rhythmus und Melodiegestaltung anbetraf. Es folgte "Blue Moon" mit der Sängerin Christina Fink-Rester. Die Vielbegabte sang weich, also soft nach heutigem Sprachgebrauch, und konnte ihr Publikum damit voll für sich einnehmen.

Publikum einbezogen

Eine zweite Pause zeigte gute Wirkung auf Musiker und Publikum: Sie verdauten das Vorige und bereiteten sich auf das Kommende vor. Dann ertönte "You make me feel so young" in genau der Hippie-Weise, dass der Titel seine Richtigkeit beweist. Und "Dob'Boogie" zog in wild rauschender Manier vorüber.

Andrea Künzl war wieder dran. Sie sang "Simply the Best" in drängender Tongestaltung, immer orientiert am Sinn des Liedes. Bei "Nah Neh Nah" gab das Klavichord die Akkorde, die Sängerin sang einen Text und die Bandmitglieder sowie das Publikum gestalteten gemeinsam den Titelrefrain in so oft wiederholtem Maße, dass er intellektuell nur immer besser werden konnte.

"In the Mood"

Als nächstes erklang ein Samba-Rhythmus. "Caribbean Dance" ist, wie der Titel besagt, schmissig und gleichzeitig melodiebewusst, und so wurde der Tanz musikalisch transparent. Mit "Jazz Police" ging das offizielle Programm schwungvoll zu Ende. Die schnell zu spielenden Noten mit Soloeinlagen des ersten Saxophonisten, des Bandleaders Dr. Siegfried Koller, rasten ohne Ruhepause vorüber. Als Zugaben erklangen zuerst "In the Mood" in begeisterter Spielweise aller, dann sang Andrea Künzl "The Rose" in berührender Tongestaltung. Ein Abschluss der Konrad-Max-Kunz-Tage mit einer Big-Band, die dieses Ende glanzvoll gestaltete.
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