Markt mit königlichem Besuch

Ein bisher noch nicht dagewesener Andrang herrschte gestern beim Erntedankbauernmarkt im Schwandorfer Tierzuchtzentrum. Bilder: rid (2)
Lokales
Schwandorf
12.10.2015
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So einen Andrang haben die Direktvermarkter noch nicht erlebt. Die Besucher schoben sich durch die Hallen des Tierzuchtzentrums und waren froh über jeden freien Platz an einem Stand oder Brotzeittisch. Beim Erntedank-Bauernmarkt gab es gestern auch noch eine andere Überraschung.

Der Markt hatte royalen Besuch. Die bayerische Kartoffelkönigin Marina Heigl war aus Karlshuld im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen angereist und eröffnete das "Schaufenster". Die 23-jährige junge Dame stammt aus einem Kartoffelanbaubetrieb und ist mit dem "bayerischen Ackergold" groß geworden. Marina Heigl schwärmte bei ihrer Rede im Großen Ring von der "geballten Energie" in der Kartoffel, der Vielfalt der Zubereitung und der Umweltverträglichkeit. Nach dem Motto: "Direkt vom Feld auf den Mittagstisch". 77 Kilogramm dieses gesunden Lebensmittels verzehre der Deutsche im Schnitt pro Jahr.

Gottesdienst zum Auftakt

Der Tag begann mit einem Gottesdienst im Großen Ring, den KLJB-Diözesanseelsorger Christian Kalis zelebrierte und den der Landfrauenchor unter der Leitung von Mathis Zenger musikalisch gestaltete. Der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes, Hans Wilhelm, sang anschließend das hohe Lied auf die Landwirtschaft, "die sich in den vergangenen 70 Jahren zum Wohle der Bürger ständig weiterentwickelt und den heutigen Wohlstand erst ermöglicht hat".

Seit 25 Jahren

Im "Schaufenster" stellte sich die Erzeugergemeinschaft Stulln vor, die seit 25 Jahren einen Veredelungsbetrieb in Neumarkt beliefert. Die Mitglieder thematisierten den Kartoffelanbau in einer Zeit des fortschreitenden Klimawandels und luden zum Probieren ein. Es gab Schupfnudeln, Gnocchi und Kartoffelchips.

Beim Kreiserntedankfest stellte sich auch der Bayerische Bauernverband vor, der heuer sein 70-jähriges Bestehen feiert. Eine Ausstellung erinnerte an die Gründung der Dachorganisation gleich nach Kriegsende. Heute zählt der Bayerische Bauernverband über 150 000 Mitglieder in sieben Bezirks-, 72 Kreis- und 6464 Ortsverbänden. Im Landkreis gibt es noch 2100 landwirtschaftliche Betriebe. "Ihnen macht der Preisverfall bei der Milch und beim Fleisch schwer zu schaffen", machte Geschäftsführer Josef Wittmann den Besuchern klar. Und: "Schleuderpreise zerstören Existenzen, Arbeitsplätze und Kulturlandschaften".
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