Massenschlägerei am Steinberger See: Verfahren enden mit Geldauflagen und -strafen
Wie ein Berserker aufgeführt

Lokales
Schwandorf
11.05.2015
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Nach vier Verhandlungstagen und der Vernehmung von drei Dutzend Zeugen ist einer der umfangreichsten Prozesse in der jüngeren Schwandorfer Justizgeschichte zu Ende gegangen. Dabei ging es um eine Massenschlägerei, die während einer Geburtstagsfeier am Steinberger See (Kreis Schwandorf) begonnen und mehrere Schwer- und Leichtverletzte gefordert hatte.

Auf der Anklagebank saßen zwei Männer, die nach Ansicht der Richterin "ungebeten einmarschiert" waren. Einer von ihnen, 34 Jahre alt, brachte zur Feier einen armstarken Holzknüppel mit und begann, grundlos Faustschläge auszuteilen. Sein Begleiter (32) verhielt sich zu diesem Zeitpunkt eher passiv. Er sollte später der Hauptleidtragende sein.

Begleiter verprügelt

Plötzlich wendete sich das Blatt auf dem idyllischen Festplatz. Die beiden Eindringlinge wurden von zahlreichen Partygästen verfolgt. Auf einem Parkplatz holten sie die Flüchtenden ein. Während der 34-Jährige in einen Kofferraum springen konnte, wurde sein Begleiter derart getreten und geschlagen, dass etliche Schädelknochen brachen.

Er schwebte danach in Lebensgefahr. Hauptsächlich wegen dieser schlimmen Folgen wurde nun das Verfahren gegen eine Geldauflage von 1800 Euro eingestellt. Allerdings sahen auch mehrere seiner Peiniger aus - so ein Zeuge - "als seien sie unter einen Lastwagen geraten."

Der 34-Jährige, dem die Richterin attestierte, er sei "wie ein Berserker vorgegangen", muss 4200 Euro Geldstrafe zahlen. Der Familienvater war nicht vorbestraft. Die Staatsanwaltschaft hatte Bewährung beantragt.
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