Mehr Licht im Tarif-Dschungel

Das Gebiet des Regensburger Verkehrsverbundes (RVV) soll nach Möglichkeit auf den gesamten Landkreis Schwandorf ausgeweitet werden. Erste Gespräche deswegen haben bereits stattgefunden. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
03.03.2015
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Schon länger laufen Bestrebungen, das Gebiet des Regensburger Verkehrsverbundes (RVV) auf den ganzen Landkreis auszuweiten und auch die unterschiedlichen Tarife zu vereinheitlichen. Erste Gespräche sind geführt - und Landrat Thomas Ebeling ist vorsichtig optimistisch.

Bereits im Kommunalwahlkampf hatte Thomas Ebeling (CSU) die RVV-Ausweitung als wichtiges Ziel formuliert. Auch die Kreistagsfraktion der Freien Wähler stellte Anfang des Jahres nun den Antrag, den Raum Schwandorf besser an die Großräume Regensburg und Nürnberg anzubinden. Bislang reicht das Gebiet des Regensburger Verkehrsverbundes bis zur Stadt Schwandorf. Wer mit Bus oder Bahn weiter fahren will, braucht ein anderes Ticket.

Wie der Landrat bei der Sitzung des Ausschusses für Kreisentwicklung, Umweltschutz und Touristik (KUTA) gestern sagte, laufen derzeit "erste vielversprechende Gespräche", was die Vereinfachungen im Öffentlichen Personennahverkehr im Landkreis betrifft. Eine Änderung braucht aber etwas Zeit. Ein Beispiel: Im RVV-Bereich gilt ein Zonentarif, im nördlichen Landkreis der "TON"-Tarif für den Busverkehr - ein System mit Waben, nach denen sich der Preis berechnet. "Diese zwei Systeme sind nicht von heute auf morgen in Einklang zu bringen", betonte der Landrat. Allerdings werde es beim RVV Änderungen in der Tarifstruktur geben.

Regensburg hat Vorrang

Nachdem die Menschen im Landkreis eher in Richtung Regensburg tendieren, hat der Anschluss an die Domstadt für Ebeling Priorität. Deshalb sollten die Gespräche zunächst in diesem Bereich zu Ende geführt werden, bevor sich der Kreis eventuell mit einem Anschluss an den Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) befassen könnte. Maria Baumer (CSU) lobte im Namen ihrer Fraktion, dass die Zeichen der Zeit rechtzeitig erkannt worden seien und Gespräche geführt wurden - noch bevor Anträge zu diesem Thema gestellt worden seien. Einstimmig beauftragte der Ausschuss den Landrat, die laufenden Gespräche weiterzuführen und dabei die Priorität auf den Regensburger Verbund zu legen.

Ein weiterer Antrag bei der Ausschuss-Sitzung kam von der Fraktion der Grünen. Sie forderten den Erhalt der Schienenverbindung von Burglengenfeld nach Maxhütte-Haidhof sowie die Anbindung an die Strecke Regensburg-Hof. Die 6,1 Kilometer lange Strecke wird derzeit noch für den Güterverkehr genutzt, Personen werden dort seit 1967 nicht mehr befördert.

Gespräch in München

Für einen Erhalt wäre ein Infrastruktur-Unternehmen nötig, das für einen befahrbaren Zustand sorgt. "Dass die Strecke überhaupt befahrbar ist, kostet Geld", erklärte Landrat Ebeling dem Ausschuss. Außerdem müsste unter anderem eine Nachfrage von 1000 Reisenden pro Werktag zu erwarten sein. Wie der Landrat darlegte, ist am 6. März ein Gespräch in München anberaumt, bei dem mit der Bayerischen Eisenbahngesellschaft über die weitere Vorgehensweise beraten wird. "Es ist aber vernünftig, nicht allzu große Erwartungen zu wecken", unterstrich Ebeling. Er wurde vom Kreis-Ausschuss einstimmig beauftragt, weitere Gespräche zu führen und das Gremium danach zu informieren.
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